Handball: Simon Ernst hat WM im Visier

Handball: Simon Ernst hat WM im Visier

Dormagener will sich mit der Nationalmannschaft der Junioren am Wochenende für die Weltmeisterschaften qualifizieren.

Dormagen. Simon Ernst ist erst 18 Jahre alt. Dennoch spielt er beim Handball-Drittligisten TSV Bayer Dormagen bereits eine herausragende Rolle. „Er war sicherlich einer der wichtigsten Akteure der Hinrunde“, erklärt sein Trainer Jörg Bohrmann, der die Entwicklung des Rückraumspielers begeistert beurteilt: „Wie er mit dem Druck der Verantwortung umgeht, ist sicherlich außergewöhnlich.“

Doch nicht nur die Dormagener setzen auf Ernst, auch für Markus Baur, Trainer der Junioren-Nationalmannschaft, ist das Nachwuchsass ein fester Bestandteil seines Teams, mit dem er am Wochenende in der Krefelder Glockenspitzhalle die Qualifikation für die Weltmeisterschaften sichern will. Dabei trifft die deutsche Mannschaft am Freitagabend auf Finnland (18 Uhr), am Samstag auf Österreich (18.30 Uhr) und abschließend am Sonntag auf Tschechien (13.30 Uhr).

„Wir müssen wirklich gute Leistungen zeigen, wenn wir die Quali überstehen wollen. Alle drei Spiele werden ihren eigenen Charakter haben und sind sehr anspruchsvoll“, so Baur, der trotz der Ausgangslage — nur der Sieger der Qualifikation schafft den Sprung zur WM in Bosnien-Herzegowina vom 14. bis 28. Juni — guten Mutes ist: „Wir haben allemal das Potenzial, uns durchzusetzen.“

Dabei komme es vor allem auf die Leistung von Simon Ernst an, weiß der Bundestrainer. Der Dormagener sei zwar einer der Jüngsten in seiner Mannschaft, sei es aber schon gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. „Da hat er vielleicht sogar einen Vorteil, bei einem Drittligisten spielen zu können“, sagt Baur.

Ernst ist der einzige „echte“ Drittliga-Spieler im 18-köpfigen Aufgebot. Der Rest des Teams rekrutiert sich aus Spielern, die bei Erst- oder Zweitligisten oder deren Nachwuchsmannschaften unter Vertrag stehen. Dennoch zeigte der TSV-Akteur schon bei der Vorbereitung, wie wichtig er für die Junioren-Nationalmannschaft ist, als er gegen die Niederlande mit fünf Toren gemeinsam mit dem Düsseldorfer Alexander Feld erfolgreichster Torschütze war.

Auch in Dormagen ist Ernst Top-Scorer, hat alleine in der Hinrunde 108 Treffer (30 Siebenmeter) erzielt und liegt damit auf Platz fünf der Scorerliste. „Viele Mannschaften konnten sich gegen ihn nur mit einer Manndeckung behelfen, dennoch hat er mehr als 100 Tore geworfen. Das zeigt, wie agil er ist, auch wenn er körperlich noch Entwicklungspotenzial hat“, so TSV-Trainer Jörg Bohrmann, der Ernst und der Deutschen Mannschaft die Daumen drückt: „Das wäre doch für den Dormagener Handball ein weiterer Meilenstein, wenn wir einen Spieler bei der WM im Einsatz hätten. Das kann der Arbeit im Verein nur helfen.“ RaW