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Handball: Noch kein klares Tabellenbild

Handball: Noch kein klares Tabellenbild

Die neue 2. Bundesliga hat das erste Viertel der Saison absolviert.

Rhein-Kreis Neuss. Das erste Saisonviertel in der neuen eingleisigen 2. Handball-Bundesliga ist absolviert, Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Dabei schneiden die beiden Teilnehmer aus dem Rhein-Kreis Neuss ganz unterschiedlich ab: Während der DHC Rheinland mit einer völlig neuformierten Mannschaft nach erfolgreicher Insolvenz als Last-Minute-Teilnehmer überraschend ganz oben mitspielt und erst ein Spiel verloren hat, steht der TV Korschenbroich mit Neu-Trainer Jörg Ilper auf einem Abstiegsplatz.

Apropos Tabelle: Die ist derzeit noch unübersichtlich, denn dem DHC werden als Strafe für die Insolvenzabwicklung noch acht Punkte abgezogen, die der Ligaverband aber erst offiziell nach Saisonende vornehmen will. Daher werden die Dormagener bei der HBL auf Rang eins geführt, obwohl das Team tatsächlich mit 6:2-Punkten nur ganz knapp vor den Abstiegsrängen eingeordnet werden kann.

Weitere Unwägbarkeiten verhindern ein klareres Tabellenbild. Die Begegnung zwischen Eisenach und Neuhausen vom 2. Spieltag wird erst kurz vor dem Jahreswechsel stattfinden, und auch das Top-Spiel zwischen Friesenheim und Minden wird erst am 7. Dezember ausgetragen.

Darüber hinaus steht die Neuansetzung für die am vergangenen Wochenende ausgefallene Partie zwischen Post Schwerin und dem DHC noch aus, nachdem der Boden aufgrund fehlerhafter Reinigung mit einem schmierigen Ölfilm überzogen war. Ob die Partie neu angesetzt wird, oder ob die Punkte nach Paragraf 50 der Spielordnung an die Dormagener gehen, muss nun die HBL entscheiden.

Bemüht man die Statistik, ergibt sich derzeit folgende „theoretische Zweitliga-Partie“: 1285 Zuschauer sehen das Spiel, das statistisch 28:26 für die Heimmannschaft endet. Die Schiedsrichter verteilen im Schnitt acht Zeitstrafen und verhängen acht Siebenmeter, von denen sechs verwertet werden.

Zurück zur sportlichen Bilanz: Wenn man überhaupt eine Tendenz festlegen will, dann wohl die, dass es keine wirklich vorhersehbaren Ergebnisse gibt. Zu ausgeglichen ist die Leistungsdichte der 20 Clubs. Zuletzt überraschte Bietigheim (13. mit 7:11-Punkte) mit einem 37:35-Überraschungssieg beim Liga-Favoriten Minden (4., 12:4-Punkte).

Nordhorn, mit 6:10-Punkten nur schwer in die Saison gestartet, schlug am Wochenende den TV Korschenbroich mit 37:30, wobei der Gast aus dem Rheinland nach zwischenzeitlich elf Toren Rückstand aufgrund des Gewinns der zweiten Halbzeit ein Debakel zu verhindern wusste. „Die Liga hält, was man sich von ihr versprochen hat“, sagt trotz des 4:14-Punkte-Saisonstarts TVK-Trainer Jörg Ilper. „Das kann man leider an uns sehen. Wir spielen guten Handball, haben ein gutes Team, müssen aber ganz häufig Lehrgeld bezahlen. Die Liga hat einen großen Sprung gemacht.“

Während der DHC erst am kommenden Mittwoch gegen die HSG Nordhorn (20 Uhr, Sportcenter) antritt, empfangen die Ilper-Schützlinge am Samstag (19.30 Uhr) die HG Saarlouis, die mit 11:7-Punkten auf Rang acht platziert ist. Saarlouis bringt den besten Torschützen der Liga mit in die Waldsporthalle: Daniel Fontaine erzielte bislang 65 Feldtore.