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Handball: Maximilian Bettin entzaubert den Mitaufsteiger Coburg

Handball: Maximilian Bettin entzaubert den Mitaufsteiger Coburg

TSV Bayer Dormagen — HSC Coburg 33:29 (17:15). Dormagen feiert vor eigenem Publikum den dritten Saisonsieg.

Dormagen. Maximilian-Leon Bettin war sichtlich irritiert: So viel mediale Aufmerksamkeit, so viel Schulterklopfen wie am Samstagabend hatte der 20-Jährige noch nicht erlebt, seit er im Sommer vom TV Groß-Umstadt zum TSV Bayer Dormagen gewechselt war. Sogar die in dieser Saison noch nicht so häufig gehörte „Humba“ durfte er anstimmen vor 1072 Zuschauern, die, sofern sie nicht zur kleinen Fanschar des HSC 2000 Coburg gehörten, schier aus dem Häuschen waren.

Erheblichen Anteil daran, dass die Hausherren den zuvor erst zwei Mal besiegten, hoch gehandelten Mitaufsteiger aus Oberfranken regelrecht entzauberten, hatte Maximilian-Leon Bettin, der im ersten Durchgang bereits acht Mal traf und nach 60 Minuten mit einem Dutzend Treffer auf dem Spielberichtsbogen stand.

Dormagens Trainer Jörg Bohrmann bekam nach dem Schlusspfiff das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht: „Endlich, endlich haben die Jungs sich mal für ihre Leistung belohnt“, befand der 46-Jährige. Denn nah dran an favorisierten Gegnern waren seine Schützlinge schon öfter gewesen seit dem Aufstieg in die Zweite Liga, hatten mal in der ersten, mal in der zweiten Halbzeit überzeugt — manchmal auch länger, sich dann aber durch einen kurzzeitigen „Blackout“ wie in der Vorwoche in Aue um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.

Diesmal spielten sie auf konstant hohem Niveau. „Auch wenn mir Mitte der zweiten Halbzeit schon ein wenig Angst und Bange wurde“, gab Bohrmann zu. Da versiebten die Linkshänder Robin Doetsch (3), Tobias Plaz (2) und Peter Strosack alleine ein halbes Dutzend Großchancen binnen sieben Minuten und ließen die Gäste von 17:19 (35.) über 20:20 (40.) auf 22:22 (44.) herankommen.

Doch noch einmal in Führung zu gehen, gelang Coburg nicht. „Die Jungs haben endlich mal kühlen Kopf bewahrt“, lobte Bohrmann. Das galt auch für die Schlussphase: Als Dennis Marquardt 128 Sekunden vor Spielende eine umstrittene Zeitstrafe wegen Fußspiels erhielt, schwante manchem angesichts eines Drei-Tore-Vorsprungs der Hausherren Böses. Doch unter Regie von Andreas Simon spielten die TSV-Youngster die verbleibende Zeit clever herunter, ohne dass Coburg auch nur in die Nähe eines erneuten Ausgleichs gekommen wäre.