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Handball: DHC büßt als letztes Team weiße Weste ein

Handball: DHC büßt als letztes Team weiße Weste ein

Dormagen verliert gegen TuSEM Essen in der Schlussphase.

Dormagen. Nach fünf erfolgreichen Spielen verbuchte Handball-Zweitligist DHC Rheinland die erste Saisonniederlage. Die Mannschaft konnte vor 1749 Zuschauern im Derby gegen TuSEM Essen nicht an die zuletzt gezeigte Leistung anknüpfen und verlor mit 20:23 (11:12). 100 Sekunden vor dem Abpfiff sorgte Johannes Clausing mit seinem ersten Saisontreffer für das 20:20, doch sein Tor sollte das letzte für den DHC bleiben. „Der TuSEM war heute cleverer, wir hatten ausreichend Chancen, um das Spiel zu gewinnen“, lautete das Fazit von DHC-Trainer Richard Ratka.

Der Beginn hingegen war vielversprechend: Jendrik Meyer wehrte gleich den ersten auf sein Gehäuse kommenden Ball ab, Michiel Lochtenbergh traf anschließend per Siebenmeter zum 1:0. Doch dann dauerte es glatte neun Minuten bis zum ersten Dormagener Feldtor durch Björgvin Hólmgeirsson. Zuvor hatten die Dormagener den Essener Schlussmann Jan Kulhanek richtig warm geworfen, während auf Essener Seite die Rückraumschützen Niclas Pieczkowski, Hannes Lindt und Philipp Pöter die Gäste mit 4:1 in Front warfen.

Die Dormagener Aufholjagd krönte Lochtenbergh mit dem 8:8 in der 21. Minute. Schrecksekunde jedoch beim 9:9 durch „Bo“ Hólmgeirsson: Verbunden mit einem Stoß gegen ihn war der Isländer umgeknickt und musste von Physio Klaus Pelzer behandelt werden. Die Erleichterung war freilich groß, als der Shooter kurz drauf seinen bereits fünften Treffer machte.

Nach dem Wiederanpfiff setzte der dritte Dormagener Siebenmeterschütze David Breuer den Ball neben das Tor. Doch es hatte den Anschein, als würden die Gastgeber langsam Ton angebender. Als Hólmgeirsson mit einem grandiosen Hechtsprung den Ball vor dem Überschreiten der Seitenlinie rettete, sah alles nach einem Ruck aus, der durch die Mannschaft ging. „Bo“ erhöhte anschließend auf 14:12 und verschaffte dem DHC damit den ersten Zwei-Tore-Vorsprung der Partie. Diese Situation sollte sich nur noch einmal wiederholen: Mit Ondrej Zdráhala verwandelte endlich wieder ein DHC-Spieler einen Strafwurf 15:13. Der Rückstand motivierte allerdings den TuSEM und ganz besonders einen Spieler: Das Spiel der Essener lief nun fast nur noch über die rechte Seite, wo Ole Rahmel drei Treffer in Folge machte.

Das Spiel wurde in der Schlussphase richtig spannend. Doch nach dem 20. Treffer war für den DHC Schluss, weiß die Fehlerquote deutliche anstieg. „Wir brauchen uns nicht herausreden. Wir haben heute verloren, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben“, stellte Ratka fest. Essen habe von der Regelauslegung profitiert, und „lange, lange Angriffe“ gespielt werden konnten. „Der Trend geht offensichtlich dahin, Handball der 80er Jahre spielen zu lassen. Da müssen wir uns drauf einstellen.“ RaW