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Handball: 3. Liga - Ein Quantensprung für den NHV

Handball: 3. Liga - Ein Quantensprung für den NHV

Der Aufsteiger will in der 3. Liga den Klassenerhalt schaffen. Der Etat wurde erhöht, trotzdem bleibt der Verein bescheiden.

Neuss. Groß war die Begeisterung beim Neusser HV nach dem knappen Erfolg in der Relegation gegen Rheindorf und dem Aufstieg in die 3. Liga im Frühjahr. Doch viel Zeit zum Jubeln blieb dem Team um Trainer René Witte nicht. Denn der Start in der Drittklassigkeit ist für den Verein ein Quantensprung.

Der Etat für die Herrenabteilung der Handballer — also für alle Mannschaften plus Lizenzgebühren und andere Kosten — wurde von 50 000 auf 120 000 Euro aufgestockt. „Damit haben wir immer noch das mit Abstand niedrigste Budget aller Clubs in der Liga“, sagt Witte, der beim NHV auch den Bereich Marketing betreut. Zum Vergleich: Ein Verein wie Wilhelmshaven plant für die kommende Spielzeit mit 550 000 Euro.

Doch Witte will sich nicht beklagen. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Der Klassenerhalt ist machbar. Es gibt mindestens vier weitere Teams, die mit uns auf einem Level spielen.“ Einige neue Sponsoren konnten gewonnen werden, darunter auch die Stadtwerke. „Der Neusser HV erfreut sich wachsenden Zuspruchs und hat ambitionierte Ziele. Wir wollen helfen, die zu verwirklichen“, betont Sprecher Jürgen Scheer. Das freut auch Witte, der dennoch sagt: „Wir hoffen natürlich noch auf weitere Sponsoren.“

Die 3. Liga wird aus lokaler Sicht hochspannend. Neben dem NHV spielen noch der TSV Bayer Dormagen und der TV Korschenbroich aus dem Kreis mit, hinzu kommen die Nachbarschaftsderbys gegen Düsseldorf, Krefeld, Leichlingen oder Duisburg.

Damit der Neusser HV für den voraussichtlich größeren Publikumszuspruch gewappnet ist — in der vergangenen Saison kamen im Schnitt 350 Zuschauer — wurde die Hammfeldhalle für 40 000 Euro runderneuert. Das Geld wurde für eine neue Anzeigetafel, die Verbesserung des Lichts, eine Beschallungsanlage, einen Beamer für die Cafeteria sowie die Sanierung der sanitären Einrichtungen ausgegeben. Und damit bis zu 825 Zuschauer Platz in der Halle finden, werden hinter den beiden Toren Stehplätze geschaffen.

Das Gesicht der Mannschaft mit, wie Witte betont, „70 Prozent echten Neusser Jungs“, hat sich nur unwesentlich verändert. Den fünf Abgängen stehen auch fünf Neuzugänge gegenüber. Witte ist überzeugt, dass Kim Neuenhofen, Christian Heinen, Jan Kerssenfischer, Thomas Bahn und Lennart Möller genau die richtigen Spieler sind, um das Abenteuer 3. Liga für den NHV mit einem Happy End zu beschließen.

Bereits Donnerstag um 20 Uhr findet die erste Pokalrunde des Neusser HV gegen den TV Korschenbroich in der Hammfeldhalle statt.