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Fußball-Kreisliga: Im Derby ist der Spaß vorbei

Fußball-Kreisliga: Im Derby ist der Spaß vorbei

Uedesheim gegen Kapellen ist am Samstag das Duell der Krisenclubs.

Neuss. Ärgernisse hatten die Trainer Chiquinho und Ingmar Putz in den ersten vier Wochen der neuen Saison in der Oberliga Niederrhein weiß Gott genug.

Putz und der in den ersten vier Spielen punktlose Tabellenletzte SV Uedesheim konnten am Mittwoch mit dem Einzug in die zweite Niederrhein-Pokalrunde durch das 3:0 beim Kreisligisten SV Bedburdyck/Gierath ein wenig durchatmen.

Für Chiquinhos lahmende Offensivabteilung hingegen kam es ganz dick, der SC Kapellen schied beim Bezirksligisten VfL Willich im Elfmeterschießen aus. Ungelegener könnte also das Derby in Uedesheim am Samstag (16 Uhr) für den Brasilianer nicht kommen.

„Ich habe in den ersten fünf Begegnungen den Spielern den Vorzug gegeben, die in der vergangenen Saison Vierter geworden sind. Ab jetzt steht alles auf Null. Der Spaß ist nun vorbei“, sagte der Brasilianer nach der Blamage. Seit dem 3:0 in Baumberg zum Saisonauftakt macht der SC Kapellen laut Chiquinho bis zum 16-Meter-Raum des Gegners „alles richtig. Aber dann ist da eine Blockade.

Ich weiß nicht, was in den Köpfen der Spieler vor sich geht“. Der SC-Trainer vermutet Unkonzentriertheit, aber auch eine zu laxe Einstellung im entscheidenden Moment. Das Torschuss-Training verlaufe immer hervorragend, nicht so in den Spielen gegen Schwarz-Weiß Essen, beim VfB Hilden und gegen Jahn Hiesfeld, als auch beste Möglichkeiten vergeben wurden.

Nach genau diesem Schema lief es im Pokal, man ging in Willich durch George Malatsidis in Führung, machte den Sack aber nicht zu.

Gebetsmühlenartig bläute Chiquinho seinen Offensivkräften ein, doch bitte einfach zu spielen. „Stattdessen kommt Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Die Stürmer müssen Verantwortung übernehmen“, erklärt er. Im Derby sei keine Schönspielerei gefragt. Vier Pflichtspiele ohne Sieg — da ergibt sich selbstverständlich die Frage, ob man als Trainer noch ruhig arbeiten könne.

„Ich habe vor vier Wochen eine komplett neue Mannschaft übernommen. Ich muss mir keinen Vorwurf machen. Wenn das Team die nötigen Tore gemacht hätte, hätten wir neun Punkte und wären oben dran“, sagt er. Vier Zähler sind es im Moment für Kapellen.

Chiquinhos Kollege Ingmar Putz sieht da deutlich schlechter aus. „Wir haben geringe Mittel, wir spielen immer am Limit“, sagt Putz. Ein Alex Dadabi oder Lars Wyschanowski hätten zum Beispiel vergangenes Jahr noch Kreisliga C gespielt.

„Ich bin im siebten Jahr hier. Ich habe das Gefühl, wenn ich 20 Mal in Folge verliere, wäre das auch okay. Mich braucht man nicht rauszuschmeißen. Ich gehe selbst, wenn ich sehe, dass es nicht mehr weitergeht“, sagt Putz. Im Derby soll irgendwie erstmals Zählbares her.