VHS: Kulturfreitag — eine Institution

VHS: Kulturfreitag — eine Institution

An zwölf Freitagen im Jahr gibt es in der VHS lokale Kultur. Ein Rückblick.

Kaarst. Sechs Jahre ist es her, dass Karl-Heinz Kreuels die Leitung der VHS Kaarst-Korschenbroich übernommen hat. Genau so lange gibt es nun den Kaarster Kulturfreitag, der mit den Jahren zur Marke geworden ist. „Die Idee war damals, die vielen Einzelveranstaltungen an einem festen Wochentag zu bündeln und das Ganze zu einer schönen Abendveranstaltung mit Brot und Getränken zu machen“, sagt Kreuels. „Ich habe damals alle fünf Fachbereichsleiter gebeten, sich mit eigenen Veranstaltungen zu beteiligen, und so haben wir 2007 das erste Programm auf die Beine gestellt.“

Anfangs gab es pro Semester bis zu 17 Veranstaltungen — Lesungen, Weinproben, Filmabende, Fotovorträge und mehr. Vieles funktionierte aber nach ein paar Monaten nicht mehr, anderes dafür besser. Dozenten sprangen ab, das Programm wurde angepasst.

Heute hat sich ein festes Team aus Karl-Heinz Kreuels, seinem Stellvertreter Christoph Claßen und der pädagogischen Mitarbeiterin im Bereich Sprachen, Antje Laacks, gebildet, das in jedem Semester sechs Veranstaltungen aus den Bereichen Sprachen, Literatur und Kunst organisiert.

Eine Lesung von Lars Brandt, dem Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt, aus seinem Buch „Andenken“ war am 23. November der Start des Kulturfreitags. Dazu gab es Brot und Wein und anschließend die Gelegenheit, Fragen an den Autor zu stellen. „Das haben wir bis heute beibehalten. Es ist immer eine sehr nette lockere Atmosphäre, nicht wie so eine steife Bildungsveranstaltung“, sagt Kreuels. Am kontinuierlichsten gehalten habe sich in all den Jahren die Kunstsparte, so der VHS-Leiter. Christoph Claßen, der sich des Bereichs angenommen hat, kann bei jeder Veranstaltung auf ein Stammpublikum von mindestens 30 Menschen setzen. Oft kommen aber mehr.Es gibt Ausstellungen von Dozenten, ihren Kunstgruppen oder Vorträge von lokal bekannten Experten über Architektur und Malerei.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es nichts bringt, große Namen einzuladen“, sagt Kreuels. „Wir setzen auf lokale Künstler und Leute, die man in Kaarst kennt.“ Ihnen wollen die Veranstalter eine Plattform bieten. Natürlich spielt auch die hohe Gage für die Stars eine Rolle. Denn: „Große Namen sind beim Kaarster Kulturfreitag kein Garant für ein volles Haus“, hat Kreuels festgestellt. Bestes Beispiel: Der schweizer Schauspieler Jaap Achterberg. „Es kamen so wenige Menschen, das war mir schon fast unangenehm.“ Achterberg hat es trotzdem in Kaarst gefallen. Am 5. November kommt er mit der theatralen Bearbeitung des Demenzromans „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger wieder. „Bei dem Thema wird es bestimmt voller“, sagt Kreuels.

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