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VfR Büttgen ist eine Ausbildungsstätte

VfR Büttgen ist eine Ausbildungsstätte

Der VfR Büttgen verfügt über eine der wenigen funktionierenden Jugendabteilungen.

Kaarst. Der Radsport hat es in den vergangenen Jahren nicht immer leicht gehabt. Wenn das Thema Doping die Schlagzeilen dominiert und sportliche Erfolge in den Hintergrund drängt, haben auch die Vereine Probleme, den Nachwuchs zu begeistern.

Der VfR Büttgen hat es dennoch geschafft, über viele Jahre hinweg eine gute Nachwuchsförderung zu leisten. Das hat inzwischen zur Folge, dass Talente aus der gesamten Region nach Büttgen kommen, um von den Trainingsbedingungen zu profitieren.

„Von den 33 Vereinen im Radsportbezirk Düsseldorf haben nur noch drei eine Jugendabteilung“, weiß Juniorentrainer Ralf Deblon. Und Zweidrittel dieser Kinder und Jugendlichen seien Mitglied beim VfR Büttgen.

„Der Einzugsradius wird immer größer“, sagt Deblon. Eltern würden mittlerweile ihre Sprösslinge aus 50 bis 60 Kilometer entfernten Städten nach Büttgen zum Training bringen. „Wir sind eine überregionale Ausbildungsstätte im Radsport geworden“, erzählt Deblon nicht ohne Stolz.

Dass der Radsport insgesamt an Attraktivität beim Nachwuchs eingebüßt habe, führt er jedoch nur bedingt auf die Dopingproblematik zurück. „Kinder verbringen immer mehr Stunden am Tag in der Schule und sind am späten Nachmittag dann total kaputt. Außerdem sind die Eltern nicht mehr so wie früher bereit, so viel eigene Freizeit in das Hobby ihres Kindes zu investieren“, nennt Deblon als mögliche Gründe.

Der VfR Büttgen hingegen profitiere von den individuell gestalteten Trainingsplänen. Was auch nur funktioniere, weil viele Übungsleiter im Schichtdienst arbeiten würden, gibt Polizist Deblon zu bedenken.

Doch allein gute Trainingsarbeit reiche nicht aus, um talentierte junge Radfahrer bei der Stange zu halten. Das Rüstzeug für eine mögliche Karriere hole man sich im Rennen, weiß auch Friedhelm Kirchartz.

„Man muss aber auch entsprechende Angebote machen, denn die Zahl der Rennen in Deutschland nimmt immer mehr ab“, verteidigt der Organisationschef der Doppel-Veranstaltung „Spurt in den Mai“ das auf den ersten Blick aufgebläht wirkende Programm am 30. April und 1. Mai. Allein auf der Straße finden an dem Dienstag zwischen 9.30 und 19 Uhr zwölf Rennen statt.