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Umfrage: Eltern wollen Gesamtschule

Umfrage: Eltern wollen Gesamtschule

Die Stadt stellte die Ergebnisse einer Befragung vor. Nicht alle füllten den Bogen richtig aus.

Kaarst. Die Eltern der Grundschüler in den Klassen eins bis drei in Kaarst haben sich entschieden: Eine Mehrheit sprach sich für die Einrichtung einer Gesamtschule in Büttgen aus. Das geht aus einer Elternbefragung hervor, die zwischen dem 20. April und dem 6. Mai stattfand. 828 von 1162 Fragebögen wurden ausgefüllt an die Verwaltung zurückgeschickt. Damit liegt die Rücklaufquote bei 71 Prozent.

„Es haben nicht alle Eltern den Bogen richtig ausgefüllt“, erklärte Schuldezernent Heinz Dieter Vogt. Eigentlich sollten die Befragten ankreuzen, ob sie eine Sekundarschule ohne eigene Oberstufe oder eine Gesamtschule mit eigener Oberstufe bevorzugen oder beide Schulformen als gleich gut einschätzen. Vogt: „211 Bögen enthielten Mehrfachnennungen, die nicht vorgesehen waren.“

Um bei der Bezirksregierung Düsseldorf den Bedarf für eine Gesamtschule nachzuweisen, müssten mindestens 100 Eltern pro Jahrgang ihre Kinder für diese Form anmelden. Das war bei der Befragung nur in der Klasse Drei der Fall, obwohl die Mehrfachnennungen mitgezählt wurden. Da es laut Bezirksregierung zulässig ist, die Antworten zum Punkt „beide Schulformen“ hinzuzurechnen, wären die Voraussetzungen dennoch erfüllt. Real- und Hauptschule in Büttgen müssten in diesem Fall geschlossen werden.

Das Ergebnis der Elternbefragung ist für die Politik allerdings nicht verbindlich, sie muss also nicht umgesetzt werden. CDU, SPD und Grüne haben jedoch bereits angekündigt, den Elternwillen befolgen zu wollen. „Wir hatten auf ein Votum für die Gesamtschule gehofft, sind aber dennoch von der Eindeutigkeit des Ergebnisses überrascht“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Beyer. Es handele sich um den „belegbaren Ausdruck des Wunsches der Eltern nach einer alternativen Schulform“.

„Die Befragung hat deutlich gemacht, dass von den Eltern eine Sekundarschule nicht gewünscht wird“, erklärt CDU-Fraktionschefin Dorothea Zillmer. Der Trend gehe eindeutig zu den Gymnasien und zu einer neu einzurichtenden Gesamtschule für Kaarst. Zillmer: „Dem Votum der Eltern werden wir selbstverständlich Rechnung tragen und es zur Grundlage für weitere Entscheidungen machen.“

Die Grünen gehen noch einen Schritt weiter: „Das eindeutige Votum der Eltern ist, wie von allen politischen Parteien im Vorfeld erklärt, für die weitere Entscheidung in der Richtung bindend, zumal es so eindeutig ausfällt“, sagt Fraktionsvorsitzender Christian Gaumitz.

Damit die Gesamtschule zustande kommt, müssen nun allerdings mindestens 100 Kinder dafür verbindlich angemeldet werden. Zillmer: „Werden weniger angemeldet, bleiben die Realschule und die Hauptschule in Büttgen vorerst bestehen. Es bleibt also spannend.“