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Trotz Förderung kein Bürgerbus für Kaarst

Trotz Förderung kein Bürgerbus für Kaarst

Senioren-Initiative setzt sich für Projekt ein. Mangelndes Engagement verhindert Start.

Kaarst. Die Fahrpläne stehen, die Stadt hat ihre Unterstützung angeboten, auch die Finanzierung ist so gut wie in trockenen Tüchern. Was fehlt, sind ein neuer Verein und Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Senioren-Initiative Kaarst (SIK) würde gerne einen Bürgerbus in Kaarst einsetzen, doch auf absehbare Zeit wird das wohl nicht klappen.

„Wir haben viele Anfragen von Alt und Jung und würden das wirklich sehr gerne machen, aber es fehlt jemand, der die Sache in die Hand nimmt“, sagt Renate Raderschall von der SIK. Die gemeinnützige Initiative könne nur der Wegbereiter für das Projekt sein — um die Idee vom Bürgerbus zu realisieren, müsse sich ein eigener Verein gründen.

„Ein Vorsitzender und zwei bis drei Ehrenamtliche würden für den Anfang schon reichen“, erklärt Raderschall. Dieser neue Verein könnte dann den Bus kaufen. Dank spezieller Förderprogramme würde das Land NRW den Kauf mit rund 40 000 Euro unterstützen.

„Das Problem ist, dass wir einfach keine Leute finden, die sich engagieren wollen“, sagt Raderschall. Das sieht auch Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter der Stadt, so: „Ohne Verein geht gar nichts. Es werden viele helfende Hände gebraucht.“

Die SIK stellt sich die Organisation des Busses wie folgt vor: Der Bus soll die Ortsteile verbinden und Betroffenen (Senioren, Bedürftige, Menschen mit Behinderung) Fahrten zum Einkaufen oder zu Freunden und Verwandten ermöglichen. Die Strecken sollen jedoch nicht mit den bisherigen Buswegen konkurrieren.

Renate Raderschall könnte sich eine Gebühr von einem Euro pro Fahrt vorstellen. Unterstützung gibt es auch von Elke Anders vom Bereich Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung der Stadt. Sie steht für Fachfragen zum Thema zur Verfügung.

In Sachen Machbarkeit verweist Renate Raderschall auf Städte wie Korschenbroich oder Willich: „Da geht das ohne Probleme.“ Das bestätigt Franz-Carl Hübner, Vositzender des Bürgerbus-Vereins Willich: „Voraussetzung ist das Engagement der Bürger. Bei uns hat das relativ problemlos geklappt.“

Seit 2003 gib es den Anrather Bürgerbus, seit 2007 den Willicher. Gemeinsam hätten beide Busse mittlerweile rund 2000 Fahrgäste im Monat. „Wir haben Bürgerversammlungen veranstaltet, um über den Bus zu informieren. Man muss den Menschen das Thema gezielt näher bringen und dafür werben“, erklärt Hübner. Inzwischen kann er auf rund 35 ehrenamtliche Fahrer pro Verein zählen.

„Ich fände es nach wie vor sehr schön, wenn wir einen Bürgerbus in Kaarst einrichten könnten. Im Moment weiß ich aber nicht, wie das funktionieren soll“, sagt Raderschall resignierend.