Stelenweg führt durch Holzbüttgen

Stelenweg führt durch Holzbüttgen

Zwei Werke von Jürgen Zaun und eine Skulptur von Yvette Gastauer-Claire wurden jetzt enthüllt.

Kaarst. Es war ein Fest mit Freigetränken, Livemusik und Kunst. Hunderte Menschen kamen am Wochenende auf die Wiese vor der katholischen Kirche Sieben Schmerzen Mariens, um drei neue Kunstwerke in Holzbüttgen einzuweihen. Zwei Werke stiftete der Förderkreis Holzbüttgen, ein drittes schenkten Franjo Rademacher, Erster Vorsitzender des Förderkreises, und Ehefrau Ulla der Stadt.

"Das Tor" - rund dreieinhalb Meter hoch vom Neusser Künstler Jürgen Zaun entworfen und aus Holz und Steinen erbaut - wurde als erstes enthüllt. Für Rademacher symbolisiert es die Offenheit der Holzbüttgener Bevölkerung allen Menschen gegenüber.

"Jeder sollte sich die Zeit nehmen, sich mit den in Kaarst aufgestellten Kunstwerken auseinanderzusetzen", sagte Helmut Blochwitz, Initiator des Stelenkonzeptes in Kaarst. "Kunst hat einen Aufforderungscharakter und erzwingt die Auseinandersetzung."

In Sichtweite zum "Tor", vor dem Eingang der Graf-Recke-Stiftung am Bruchweg, steht das zweite Werk, auf einer Stele in gut zwei Metern Höhe installiert. Ebenfalls von Jürgen Zaun gestaltet wurde der "Findling auf fünf Säulen" - ein Stein, der von fünf Stahlstreben gehalten wird. "Es zeigt, was unsere Stadt ausmacht", sagte Rademacher. "Gemeinsam sind wir stark! Jeder unserer fünf Ortsteile hat seine eigene Identität, als Gemeinschaft tragen sie den Stein, unser Kaarst. Nimmt man eine Strebe raus, funktioniert das alles nicht mehr."

Das dritte Kunstwerk, "Die Reisende", ist am Bahnhof aufgestellt. Eine 45 Zentimeter große Skulptur der luxemburgischen Künstlerin Yvete Gastauer-Claire begrüßt nun die ankommenden Gäste.

Mit der Enthüllung der drei Skulpturen in Holzbüttgen ist das Stelen-Projekt von Helmut Blochwitz und der 2006 verstorbenen Kaarster Künstlerin Martel Wiegand nun noch ein Stück weiter.

Nach der Öffnung des Ortes zur Stadtmitte hin und der Neugestaltung des Verbindungsweges zwischen Regiobahnhalt und Kirche ist die kulturelle Achse nun vollständig und Holzbüttgen an den Stelenweg angeschlossen. "Die Stadt entwickelt sich mit ständig neuen Facetten", sagte Bürgermeister Franz-Josef Moormann zufrieden mit dem Ergebnis des Kunstprojektes. "Kunst gestaltet Lebensqualität."

Mehr von Westdeutsche Zeitung