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Kaast: Christian Horn will die CDU wieder vereinen

NRW : Kaarster CDU: Mit neuem Vorstand zu mehr Einigkeit

Nach acht Monaten hat die Kaarster CDU einen neuen Vorsitzenden gewählt. Christian Horn erhielt das Vertrauen. Im Sportforum Büttgen wurde auch über die Koalition und den Bericht der „Startgruppe 2025“ gesprochen.

So richtig feiern konnte Christian Horn seinen Erfolg nicht, zu lange dauerte die Mitgliederversammlung der Kaarster CDU am Donnerstag. „Ich war erst gegen 1 Uhr zu Hause“, erklärte Horn am Tag nach der Veranstaltung, auf der der 45-Jährige von 96 Mitgliedern zum neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Horn setzte sich mit 59 Stimmen gegen Guido Otterbein durch. Bereits im Vorfeld hatten die beiden allerdings vereinbart, den jeweils anderen als Stellvertreter zu unterstützen. Elke Bong komplettiert als zweite stellvertretende Vorsitzende den neuen Vorstand.

„Ich bin angetreten, um zu versuchen, die Partei zu vereinen“, erklärte Horn. In seiner Vorstellungsrede stellte er bereits heraus, wie wichtig ihm Teamarbeit ist. Er wolle dafür sorgen, die Ziele aus dem Parteiprogramm gemeinsam mit den Mitgliedern umzusetzen. „Das können wir nur erreichen, wenn wir geschlossen auftreten“, so Horn. Noch im Juli will er den Parteivorstand einberufen, um die Bundestagswahl vor Ort vorzubereiten und erste Ansätze für ein gutes Leben in Kaarst zu besprechen. „Wir wollen auch Parteimitglieder anhören, ihre Meinung ist uns wichtig“, so Horn.

Kritik gab es für
den zeitlichen Ablauf

Wichtig war der CDU auch die Meinung der Mitglieder zum Koalitionsvertrag mit den Grünen, der zur Abstimmung stand und dem bei vier Gegenstimmen mit einer deutlichen Mehrheit zugestimmt wurde. Kritik gab es für den zeitlichen Ablauf. Der Vertrag wurde in den beiden Wochen zwischen der Kommunalwahl und der Stichwahl für das Bürgermeisteramt verhandelt. Eigentlich sollte der Vertrag den CDU-Mitgliedern schon vor der ersten Ratssitzung zur Abstimmung vorgelegt werden, doch aufgrund der Pandemie wurde daraus nichts. „Wir als Mitglieder konnten über diesen Vertrag gar nicht mehr abstimmen, bevor die Grünen schon in Vorleistung gegangen sind“, erklärte Bodo Korzyniewski: „Das Entscheidungsfenster der Mitglieder geht gegen Null, ein Koalitionsvertrag gehört hier hin. So etwas darf nie wieder passieren.“ Dagmar Treger glaubt, dass die Grünen bei der nächsten Kommunalwahl mehr als zwei Wahlkreise gewinnen werden. „Ich befürchte, dass wir ein wenig untergehen. Wir müssen darauf achten, dass wir unsere Ziele in der Bevölkerung kommunizieren. Das machen die Grünen viel besser. Wir müssen in der Kommunikation besser werden“, sagte Dagmar Treger. Reimer Schubert fehlt in dem Koalitionsvertrag die Profilierung. „Ich merke, dass die Grünen aktiver sind und sich früher zu Wort melden als unsere Mitglieder. Die CDU steht für Wohlstand und Fortschritt. Das fehlt mir in Kaarst, Büttgen und auch im Bund“, stellte Schubert fest.

Um kurz vor Mitternacht war dann erstmals der neue Vorstand gefordert. Korzyniewski hatte beantragt, den Bericht der „Startgruppe 2025“ mit einer Abstimmung zur Kenntnis zu nehmen. Diesen Zusatz wollte Lars Christoph streichen lassen. Nach einer Sitzungsunterbrechung schlug der neue Vorstand vor, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen und in die weiteren Beratungen mit einzubeziehen. Diesem Vorschlag hätte sich auch Christoph angeschlossen, doch letztendlich wurde Korzyniewskis Antrag angenommen. Christoph lobte zwar die Arbeit der Startgruppe, bei der Wahlanalyse seien aber einige wesentliche Punkte nicht benannt worden. „Das gezielte Gegenarbeiten von Teilen der Partei hat eine Rolle im Wahlkampf gespielt“, sagte Christoph auf Anfrage.