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Kaarst: Wo Adventskalender lebendig werden

Weihnachtszeit in Kaarst : Adventskalender: Hier wird gefeiert

Der „lebendige Adventskalender“ hat Tradition. In Büttgen und Holzbüttgen gibt es ihn schon lange, in Vorst wurde er wieder eingeführt.

Er ist eine alte Tradition und es gibt ihn in weiten Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz: Der „lebendige Adventskalender“. In der Adventszeit wird jeden Tag ein anderes Fenster geschmückt und mit einer Nummer für die Tageszahl versehen. Am Abend wird das Fenster dann beleuchtet. Dazu treffen sich Nachbarn und Freunde und singen Lieder oder lesen Geschichten vor. Manchmal gibt es auch etwas zu essen oder Glühwein und Kinderpunsch. Auch im Kaarster Stadtgebiet wird diese Tradition bewahrt – mit einer Ausnahme.

Büttgen

Seit 2010 organisiert Nina Lennhof den „lebendigen Adventskalender“ in Büttgen. Er läuft über die katholische Kirche. „Die Bereitschaft der Büttgener Bürger ist super“, sagt Lennhof. In den ersten zwei, drei Jahren, nachdem sie die Organisation übernommen hatte, war es recht mühsam, Freiwillige zu finden. Aber mittlerweile haben viele ihren festen Termin. „Mich rufen schon Leute im April an, ob sie einen Tag buchen können“, sagt Lennhof. Treffen ist täglich um 18 Uhr an einem anderen Ort, das Ganze dauert nicht länger als eine Stunde. „Es bleibt jedem selbst überlassen, was er anbietet“, sagt Lennhof. In Büttgen wird immer eine Laterne weitergegeben an denjenigen, der am nächsten Tag dran ist. Auch die Schützenbruderschaft macht mit. Nach dem 22. Dezember ist Schluss, weil am 23. das Friedenssingen in Kaarst stattfindet. „Das ist unser Abschluss“, so Lennhof.

Holzbüttgen

Seit über zehn Jahren gibt es den „lebendigen Adventskalender“ auch in Holzbüttgen. Organisiert wird er von Bettina Benten, ihrer Schwester und einer ehemaligen Kita-Leiterin. Bei Bettina Benten laufen die Fäden aber zusammen. Vom 1. bis zum 20. Dezember wechseln sich Privatleute täglich von
18 bis 18.30 Uhr ab. Mit einer Ausnahme: Wenn Josef Köhlings Teil des „lebendigen Adventskalenders“ ist und dazu seine Weihnachtsausstellung in der Gaststätte „Bischofshof“ öffnet. „Die halbe Stunde täglich stellt eine Auszeit des alltäglichen Weihnachts-Wahnsinns dar“, meint Benten. Zudem lerne man neue Menschen kennen. „Man muss keine Berührungsängste haben, das ist eine Sache, die zusammenschweißt“, sagt sie. Auch in Holzbüttgen läuft es über die Kirche.

Vorst

Nadine Wezel legt Wert darauf, dass die Kirche mit dem „lebendigen Adventskalender“ in Vorst nichts zu tun hat. „Es wurde früher mal von der Kirche organisiert, aber in diesem Jahr habe ich das in die Hände genommen“, sagt die Fotografin. Und zwar nicht aus Eigennutz, sondern weil sie die Dorfgemeinschaft stärken will. Es sei nicht schwierig gewesen, Freiwillige zu finden. „Einmal angestoßen, ist das ein Selbstläufer“, sagt sie. In Vorst treffen sich die Menschen bereits ab 17.30 Uhr für eine Stunde. „Das ist familienfreundlich“, sagt Wezel. Was die Menschen an ihrem Tag machen, will auch sie nicht vorschreiben. „Es sollte aber irgendwas mit Weihnachten zu tun haben“, so Wezel.

Kaarst

Aufgrund mangelnden Interesses seitens der Bürger wurde der „lebendige Adventskalender“ in diesem Jahr eingestellt. Das erklärte das Pfarrbüro. Ob es im nächsten Jahr einen neuen Versuch gibt, steht noch
nicht fest.

(seeg)