Nur die Stadtparkhalle ist in Ordnung SPD sieht bei Kaarster Turnhallen „schwere Mängel“

Kaarst · In einer Vorlage für den Hochbauausschuss hat die Verwaltung die Fragen der SPD zum Zustand der Kaarster Turnhallen beantwortet. Die Antworten sind ernüchternd.

Die Stadtparkhalle weist anders als die meisten anderen Turnhallen noch keine Mängel auf.

Die Stadtparkhalle weist anders als die meisten anderen Turnhallen noch keine Mängel auf.

Foto: Stephan Seeger

(rudi) Die SPD-Fraktion hat einen Medienbericht zum Anlass genommen, um kritische Fragen bezüglich des baulichen Zustands und der aktuellen Nutzungsmöglichkeiten der Turnhallen für den Schul- und Vereinssport zu stellen. Werner Kindsmüller (SPD) begründete den Antrag so: „Wir reagieren auf einen Hilfeschrei der SG Kaarst und des Stadtsportverbands.“ In den letzten Jahrzehnten seien die Turnhallen vernachlässigt worden mit dem Ergebnis, dass „eine Reihe von Turnhallen schwere Mängel aufweisen“. „Es sollte ein Sportstättenkataster eingerichtet werden“, regte Kindsmüller an.

Die Verwaltung hatte die Fragen der SPD schriftlich beantwortet und die Antworten der Beratungsvorlage des Hochbauausschusses beigefügt. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Nur die brandneue Turnhalle der Gesamtschule und die Stadtparkhalle sind völlig in Ordnung. Kindsmüller sprach von einem „Offenbarungseid“ – von dem schlechten Zustand der Hallen seien der Schulsport, der Breitensport und der Spitzensport massiv betroffen. „Perspektivisch sollen nach vorheriger Prioritätensetzung die Turnhallen untersucht sowie die ermittelten Sanierungsbedarfe mit der Kostenermittlung in den kommenden Haushaltsjahren angemeldet werden“, gibt die Stadt in ihrer Stellungnahme zu verstehen. Im Rathaus weiß man offenbar auch, dass hier und da ein Neubau wirtschaftlicher wäre als eine umfassende Hallensanierung. Eine detaillierte Aufstellung der Sanierungsbedarfe für die einzelnen Turnhallen könne erst nach den erforderlichen eingehenden Untersuchungen erfolgen. Es ist von Sanierungsstaus die Rede. Die Konsequenz kann der Abriss von alten Turnhallen sein.

In der Stellungnahme liest sich das so: „Bei einigen Turnhallen wird sich aufgrund des Sanierungsstaus die Restnutzungsdauer im Hinblick auf die zu erwartenden Sanierungskosten nicht mehr wirtschaftlich darstellen lassen.“ Anders ausgedrückt: Ein Neubau wäre wirtschaftlicher.

„Wie hoch sind die Mittel, die die Stadt in den Jahren 2020 bis 2023 in die Sanierung der Turnhallen investiert hat?“, wollte die SPD wissen. Die Auflistung der Sanierungsarbeiten in diesem Zeitraum fällt sehr spärlich aus: In der Turnhalle der Astrid-Lindgren-Schule wurde die Heizungsanlage erneuert und es wurde in eine LED-Beleuchtung investiert, insgesamt wurden rund 200.000 Euro ausgegeben. In der Turnhalle der Matthias-Claudius-Schule wurden die Bodenbeläge und die Markierungen erneuert, das kostete rund 25.000 Euro.

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