1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Kaarst

Kaarst Total: Stefan Hügen hofft auf 2021

Größtes Stadtfest im Rhein-Kreis : Stephan Hügen setzt auf die große Bühne 2021

Stefan Hügen hat 2019 sein 20-jähriges Bühnen-Jubiläum bei Kaarst Total gefeiert und war acht Jahre lang Sprecher des Initiativkreises. Er ist froh, dass den Veranstaltern die Entscheidung über eine Absage abgenommen wurde.

Die Hügen-Timmermanns-Bühne ist seit vielen Jahren fester Bestandteil des Stadtfestes „Kaarst Total“. Im vergangenen Jahr baute Stefan Hügen sie vor seinem Geschäft auf der Matthias-Claudius-Straße zum 20. Mal auf und feierte somit einen runden Geburtstag, doch in diesem Jahr wird es am ersten Septemberwochenende ruhig zugehen auf der Straße. „Kaarst Total“, das größte Stadtfest im Rhein-Kreis, zu dem jährlich rund 100 000 Besucher kommen, ist abgesagt worden. „Wir sind froh, dass uns die Entscheidung von oben abgenommen wurde“, sagt Stefan Hügen.

Die Bundesregierung hat in der vergangenen Woche entschieden, alle Großveranstaltungen bis zum 31. Oktober zu verbieten. Zuvor waren diese nur bis zum 31. August eingestellt, „Kaarst Total“ hätte somit eigentlich stattfinden können. Doch dazu hätten die Auflagen erhöht werden und ein neues Sicherheitskonzept erarbeitet werden müssen, das hätte das Fest teurer gemacht als ohnehin schon. „Das Ordnungsamt hätte mit involviert werden müssen, wir hätten Einlasskontrollen gebraucht. Das fanden wir etwas schwierig am Ende“, sagt Hügen. Zudem hätte der Unternehmer persönlich Probleme gehabt, Sponsoren zu finden, weil viele wegen der Corona-Krise kein Geld zur Verfügung haben, um ein solches Fest zu bezuschussen. „Es gibt viele, die froh sind, wenn sie dieses Jahr überstehen“, sagt Hügen. Andererseits wäre die Gefahr eines „zweiten Heinsberg“ zu groß gewesen. Daher sei es gut, dass das Fest abgesagt wurde.

Das Programm für seine eigene Bühne stand noch nicht zu 100 Prozent. „Wir haben im Februar, als wir gemerkt haben, da ist was im Busch, alles gestoppt“, meint Hügen. Eigentlich wäre es nach Karneval in die Vollen gegangen, doch Corona ließ die Organisatoren aufhorchen. Nun werden die geplanten Künstler und Coverbands für das nächste Jahr angesprochen – sofern die Corona-Krise dann vorbei ist und die Künstler die Krise wirtschaftlich überstehen. Hügen hofft darauf, dass er seine Bühne 2021 wieder aufbauen kann. Aber: „So lange kein Impfstoff gefunden ist, glaube ich nicht so recht dran“, so Hügen. Er wird nun zeitnah die Sponsoren anschreiben und geht davon aus, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sind. „Da sind schon viele dabei, die ich lange kenne“, sagt Hügen. Hauptsponsor seiner Bühne ist das Raumhaus, und die haben noch genug Arbeit – trotz Corona.

Im Jahr 1999 wurde das Fest erstmals unter dem Namen „Kaarst Total“ gefeiert. Der neue Name kam mit dem neuen Veranstalter „Fritz Events“. Vorher wurde das Blumenfest gefeiert. Im zweiten Jahr ist Hügen dann mit einer eigenen Bühne eingestiegen, die in den Jahren immer weiter gewachsen ist. Das Besondere an seiner Bühne: „Hier feiern die Kaarster“, sagt Stefan Hügen. Bereits am Freitagabend ist es an der Bühne immer rappelvoll, der Schützenfrühschoppen am Sonntag ist ebenfalls sehr beliebt bei den Kaarster Bürgern. „Der Vorteil: Kaarst Total ist meist eine oder zwei Wochen nach den Ferien. Da treffen sich alle wieder, die aus dem Urlaub zurück sind“, sagt Hügen. Die Leute von außerhalb zieht es eher an die Sparkassen-Bühne. Die Top-Acts, die auf dem Ratausplatz auftreten, könnte er an seiner Bühne gar nicht spielen lassen, dafür ist die Straße nicht breit genug und der Platz vor der Bühne zu klein.

Wie lange will Hügen noch in vorderster Front bei „Kaarst Total“ mitmachen? „Die nächsten fünf Jahre auf jeden Fall, danach müssen wir gucken“, sagt Hügen. Er würde sich wünschen, dass sein Sohn Christian, der im kommenden Jahr ins Unternehmen kommt, seinen Part übernimmt. Aber Druck baut er nicht auf: „Da muss man reinwachsen“, sagt Hügen. Das Fest kann nur durch den großen Zusammenhalt und die Sponsoren gelingen. „Meine Bühne kostet mit allem Drum und Dran rund 30 000 Euro“, sagt Hügen: „Wenn ich das alleine stemmen müsste, wäre ich raus“, gibt er zu. Für das Wochenende, am dem das Stadtfest eigentlich stattgefunden hätte, hat Hügen noch nichts vor. Vielleicht tritt er sich mit den anderen Mitgliedern des Initiativkreises. Einfach vor die Tür gehen und feiern kann er in diesem Jahr nicht.