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Kaarst: Stadt führt am 1. Dezember eine Kinderfeuerwehr ein

NRW : Kinderfeuerwehr für Kaarst

Ab dem 1. Dezember soll es in Kaarst eine Kinderfeuerwehr geben. Mitmachen können alle Kinder ab sechs Jahren. So sollen bereits Kinder an die Feuerwehr gebunden werden. Die Idee kommt bei der Politik gut an.

Für einige Kinder ab sechs Jahren geht am 1. Dezember dieses Jahres ein Traum in Erfüllung. Sie können ab dann nicht mehr nur zu Hause Feuerwehrmann spielen, sondern werden selbst einer: in der Kaarster Kinderfeuerwehr. Diese wurde nun im Hauptausschuss beschlossen, muss allerdings noch durch den Stadtrat. Aber das wird funktionieren, immerhin kommt die Idee bei der Politik gut an. „Wir finden, das ist eine außerordentlich gute Idee und können unserer Feuerwehr einen Dank aussprechen. So bleibt die Feuerwehr am leben“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Kotzian, seine SPD-Kollegin Hildegard Kuhlmeier ergänzte: „Es wird damit nicht nur ein Beitrag geleistet, künftig mehr Feuerwehrleute zu haben, sondern es ist auch ein Baustein zur Jugendarbeit in Kaarst.“

Möglich geworden ist die Einführung einer Kinderfeuerwehr durch das am 1. Januar 2016 in Kraft getretene Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz. Kinder bis zum zwölften Lebensjahr dürfen demnach bei der Kinderfeuerwehr mitmachen. Neben der Jugendfeuerwehr soll eine weitere Möglichkeit geschaffen werden, auch Kinder unter zehn Jahren für den freiwilligen Dienst zu begeistern.

Das Datum 1. Dezember ist kein Zufall. „Es steckt die 112 in diesem Datum“, erklärt Feuerwehrchef Andreas Kalla, also der Feuerwehr-Notruf. Als das neue Brandschutzgesetz verabschiedet wurde, haben viele Kommunen direkt eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen, so Kalla. „Wir haben erst einmal abgewartet, wie es bei den anderen so läuft“, sagt er. Nach Gesprächen mit den Leitern der Jugendfeuerwehr haben sich die Kaarster Florianer nun dazu entschieden. „Dahinter steht die Nachwuchswerbung“, so Kalla: „Je früher wir die Leute an uns binden, desto mehr bleiben später.“ Die Zeit bis zur Volljährigkeit sei zwar ziemlich lang, aber es sei eine Möglichkeit, vorzusorgen. In Kaarst kümmert sich ein ausgebildeter Pädagoge künftig um die Kinderfeuerwehr.

Dabei ist die richtige Feuerwehrausbildung der kleinste Teil. „Spiel und Spaß stehen klar im Vordergrund“, kündigt Kalla an. Auch die Teamfähigkeit soll gefördert werden. Bereits in den Sommerferien hat die Kaarster Feuerwehr dazu eine Aktion durchgeführt, eine Woche lang haben Kinder an einem Projekt gearbeitet. Die meisten Teilnehmer kamen aus den Reihen der eigenen Feuerwehrleute und wollen teilweise auch weitermachen, doch natürlich sind auch Kinder, deren Väter oder Mütter nichts mit der Feuerwehr zu tun haben, willkommen. Sollte der Rat die Kinderfeuerwehr in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag endgültig beschließen, wovon auszugehen ist, werden sich die Einsatzkräfte überlegen, ob sie noch Werbung machen oder nicht. Eine Grenze, wie viele Kinder mitmachen dürfen, gibt es noch nicht – genauso wenig wie ein fertiges Konzept, wann die Kinder auf die Wache kommen sollen. „Wir müssen schauen, wie es für uns am besten funktioniert“, sagt der Chef. Anfangen will Kalla wahrscheinlich mit Wochenend-Projekten und dann schauen, welcher Tag am besten in den „normalen“ Ablauf der Feuerwehr passt. Später sollen die Kinder in der Woche kommen. Das Beste: „Die Kinderfeuerwehr kostet nichts und fördert die Feuerwehr“, so Kalla.