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Kaarst: SPD fragt nach Entwicklungen am Standort Alt-Ikea an

Stadtentwicklung in Kaarst : SPD macht Druck: Wie geht’s mit dem Ikea-Gelände weiter?

Die Partei fordert einen Entwicklungsbericht von der Verwaltung. Denn außer einer Hinweistafel hat sich am alten Ikea-Standort noch nicht viel getan.

Bezahlbare Wohnungen, eine Eventhalle, ein Drogeriemarkt, ein Ärztehaus oder gastronomische Angebote – die Antworten auf eine Facebook-Umfrage, was sich die Kaarster Bürger am alten Ikea-Standort wünschen, sind vielfältig. Dabei steht der Masterplan für das Gewerbegebiet bereits fest: Dort werden keine Wohnungen gebaut, sondern es entsteht ein hochwertiges Gewerbegebiet. Heißt: An dem Standort werden keine Handwerkerbetriebe angesiedelt, sondern Unternehmen aus den Gebieten Forschung, Gesundheit und Technologie. Ein Wohnungsbau war nie vorgesehen – möglicherweise wegen einer Vereinbarung mit Ikea: Das Möbelunternehmen hat mit der Stadt die Flächen getauscht und eine „Nachschussfinanzierung“ vereinbart. Die Stadt muss also Geld an Ikea zahlen, wenn sie den Standort als Wohnflächen oder an Einzelhändler verkauft.

In einem ersten Schritt wird der öffentliche Raum um das Gewerbegebiet herum entwickelt. Außerdem sollen Baugrößen, Grundstücksgrenzen und Zufahrten möglichst genau festgelegt werden. Doch das könnte die Suche nach Investoren erschweren, denn moderne Unternehmen lassen sich nur ungern in ein vorgegebenes Korsett drängen.

Mitteilung der Verwaltung: „Der Masterplan ist beschlussfertig“

In die Diskussion schaltet sich nun die SPD ein. „Der Altstandort Ikea gilt Experten zufolge als sogenanntes Sahnestück unter den Gewerbeflächen im Umland. Nachdem die Wirtschaftsförderung im Jahr 2019 nach eigenem Bekunden dessen Vermarktung forciert haben will, bittet die SPD nun um einen Bericht über den Fortschritt“, heißt es in einem Antrag an den Stadtrat. Desweiteren möchten die Sozialdemokraten wissen, welche Maßnahmen ergriffen wurden, um einen weiteren Drogeriemarkt in Kaarst anzusiedeln. Denn ein Drogeriemarkt sei für die Anzahl der Einwohner „völlig unzureichend“.

Nach Aussage der Stadt bestehe ein breiter Konsens, dass das „Herzstück“ des Gewerbegebietes Kaarst-Ost durch die Ansiedlung hochwertiger Unternehmen einen Impuls für die weitere Entwicklung geben soll. „Der Masterplan ist beschlussfertig, wird am 19. Februar im Planungsausschuss beraten und ermöglicht bei seiner Verabschiedung die konkrete Vermarktung der Flächen“, heißt es in einer Mitteilung. „Die geführte Debatte über anderweitige Nutzungen ist aus Sicht der Stadtverwaltung nicht hilfreich, weil sie falsche Erwartungen weckt und Unsicherheiten bei den Investoren erzeugt. Die Stadt verfolgt das klare Ziel, das Areal zu einem hochwertigen Gewerbestandort auszubauen.“ Damit erfülle die Verwaltung den politischen Auftrag.

Vor zwei Jahren hatte es einen Ideenwettbewerb gegeben. „Wir haben sehr früh Ideen verfolgt und mit großem Aufwand und Kosten Planungsmittel erstellt. Das hat dort alles kein Gehör gefunden“, sagt Immobilienmakler Axel Thurner, der an dem Wettbewerb teilnahm. Die Stadt habe zu spät angefangen, sich Gedanken über die Zukunft des Gewerbegebietes zu machen. Dabei stand der Umzug von Ikea lange vorher fest.