Kaarst: Projekt Cohousing in Büttgen ist gescheitert

Verein in Kaarst : Wohnprojekt Co-Housing ist in Kaarst gescheitert

Der Verein hat seine Auflösung beschlossen. Die Politik bedauert diesen Schritt.

Das Projekt hätte den Wohnungsmarkt in der Stadt Kaarst revolutioniert, doch nun müssen die Mitglieder des Vereins CoHousing ihren Traum begraben: Der Verein hat sich aufgelöst. „Nach mehreren Jahren intensiver Projektarbeit und umfangreicher konzeptioneller Arbeit hat der Verein CoHousing Kaarst sich entschlossen, das Wohnprojekt nicht zu realisieren“, heißt es in einer Mitteilung.

Klaus Schmid hatte den Verein vor sechs Jahren gegründet. Nach und nach fand er immer mehr Gleichgesinnte, die der gemischten Wohnform offen gegenüberstanden. „Das Projekt wäre finanzierbar gewesen, einige Mitglieder wären aber aus der Bahn geworfen worden“, sagt Schmid. In einer Analyse haben die Mitglieder vor einem Berater ihre Finanzen offengelegt. Dabei wurde die Eigenkapital-Basis mit 40 Prozent als positiv bewertet, die Gesamtkostensituation war mit den vorgegebenen Zielen und Werten aber nicht mehr vereinbar. „Es wäre nicht mehr das Konzept gewesen, was wir anfangs wollten“, so Schmid. Die immer steigenden Baukosten sowie der sich verzögernde Einzugstermin habe schließlich den Ausschlag gegeben, den Verein aufzulösen. Am Ende hätten die Mitglieder mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zahlen müssen. „Der Schmerz ist groß, aber es war eine logische Entscheidung“, so Schmid. Das Mehrgenerationen-Wohnprojekt war zuerst an der Karlsforster Straße angedacht, dieser Standort wurde wegen der Nähe zur Autobahn aber schnell verworfen. Dann war das Areal am Dreeskamp im Gespräch, doch dort gab es Vorbehalte in der Neubausiedlung, dass das Wohngefüge durch diese Art des Zusammenlebens durcheinander geraten könne. Schließlich wurde durch einen politischen Beschluss an dieser Stelle ein Senioren-Wohnheim geplant.

Letztendlich beschloss die Politik, ein Areal an der Birkhofstraße für das CoHousing-Projekt zu reservieren. Nach der Auflösung des Vereins drücken alle Parteien ihr Bedauern aus. „Es ist schade, dass das Projekt nicht zum Tragen kommt, aber es ist konsequent“, sagt der CDU-Vorsitzende Lars Christoph. Günter Kopp (FDP) sieht es ähnlich: „Mit großem Bedauern nimmt die FDP-Fraktion zur Kenntnis, dass das Wohnprojekt beendet wird“. Jedoch müsse man sich fragen, ob es nicht doch noch Möglichkeiten gegeben hätte, dieses innovative Projekt bei der Realisierung zu unterstützen. Anneli Palmen (SPD) meint: „Diese Wohnform hätte der Stadt mit ihrem Altersdurchschnitt gut getan. CDU und FDP haben das am Dreeskamp verhindert. Sich jetzt hinzustellen und zu jammern, ist Fehl am Platz. Für Kaarst ist das ein großer Verlust.“ Und Nina Lennhof erklärt: „Wir bedauern als Grüne das Scheitern des innovativen Wohnprojektes sehr.“