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Kaarst: Peta will Karpfen-Verfütterung verhindern

Stadtparksee Kaarst : Tierschützer wollen Karpfen retten

Viel zu viele Karpfen und Welse leben im Kaarster Stadtsee. Die Fische sollen jetzt an Zootiere verfüttert werden. Nicht, wenn es nach den Tierschützern von Peta geht.

Die Tierschutzorganisation Peta kämpft an allen Fronten für das Wohlergehen aller Tiere. So auch für das der dicken Karpfen und Welse im Kaarster Stadtparksee. Die Peta fordert den Rhein-Kreis dazu auf, der Stadt Kaarst für die Verfütterung der Fische an Tiere im Kölner Zoo die Genehmigung zu verweigern. Die Stadt hatte bei der letzten Sitzung des Umweltausschusses die geplante Maßnahme beschlossen, mit der die Überpopulation im Stadtparksee gestoppt werden soll. Durch die Entnahme der Fische soll die Wasserqualität wieder verbessert werden.

Die Peta will nun das Töten der Tiere verhindern. „Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Individuum und kein Etwas ist. Sie zur Verbesserung der Wasserqualität wie eine schädliche Wasserpflanze aus dem See zu entfernen und an Tiere im Zoo zu verfüttern, ist unethisch“, sagt Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei der Peta. Gleichzeitig zeigt sie tierfreundlichere Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität auf: „Reinigung des Wassers mit Filtern, Zuführung von Frischwasser und die Aufklärung von Passanten über die Verschmutzung des Gewässers durch übermäßige Fütterung der Tiere oder durch menschliche Abfälle.“

Die Organisation beruft sich auf Paragraf eins des Tierschutzgesetzes. Darin steht, dass für das Töten eines Wirbeltieres ein vernünftiger Grund vorliegen muss – und die Reinigung eines Gewässers sei eben kein vernünftiger Grund. Kreissprecher Benjamin Josephs erklärte auf Nachfrage, dass ein solches Schreiben bislang nicht bei der Fischerei- und erst recht nicht bei der Unteren Wasserbehörde eingegangen sei, denn diese ist überhaupt nicht zuständig in diesem Fall.

Außerdem hat die Fischereibehörde der Stadt Kaarst bereits die Genehmigung erteilt. Vom 20. November bis zum 15. Dezember dürfen die Fische aus dem See geholt werden. „Die Forderungen der Peta sind an dieser Stelle vergeblich“, so Josephs.

Die Stadt Kaarst reagiert entspannt auf das Schreiben der Peta. „Die Maßnahme ist mit dem Kreisveterinäramt, der Fischereibehörde und dem Lanuv abgestimmt und berücksichtigt die Bestimmungen aus dem Tierschutz“, sagt Stadtsprecher Peter Böttner. Er verspricht eine „tierschutzgerechte“ Abfischung unter Beachtung aller Vorschriften. Der Umweltausschuss habe auch über alternative Maßnahmen wie eine Umsiedlung der überzähligen Tiere in den Kaarster See diskutiert, jedoch verworfen. „Dagegen stehen klare fischerei- und naturschutzrechtliche Bedenken aus dem Bundesnaturschutzgesetz und der Fischbesatzleitlinie NRW, die das Aussetzen von nichteinheimischen Fischen verbietet“, so Böttner.

Bei den Fischen handelt es sich um Koihybriden und Karpfenkreuzungen. Diese Fische stellen durch ihre Anfälligkeit für Herpesviren eine Gefahr für gesunde Wildfischbestände dar. „Die beschlossene Entnahme wird das Ökosystem des Sees verbessern. Damit wird den Zielen des Umweltschutzes und des Tierschutzes die höchste Bedeutung beigemessen“, so Peter Böttner.