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Kaarst: Parkdeck auf den Rathaus-Arkaden im Frühjahr fertig

Kaarster Innenstadt : Arkaden-Baustelle bald fertiggestellt

Das Parkdeck verärgert angrenzende Mieter. Im Frühjahr soll es endlich fertig sein.

Nicht selten treten bei Baustellen erst alle Probleme zutage, wenn man erst einmal anfängt. So auch bei den Bauarbeiten auf dem Parkdeck der Rathaus-Arkaden in Kaarst. Dort liegt noch immer Material in den Ecken, die Fassaden sind halbfertig und es passiert eigentlich nichts. Als die Bauarbeiten Ende 2017 begonnen hatten, wurden nach und nach immer weitere Probleme sichtbar: Die Abdichtungen waren veraltet, das Entwässerungssystem musste neu gemacht werden, und wenn man schonmal dabei ist, kann man auch direkt neue Grünanlagen einrichten und Pflanzkübel aufstellen.

Das jedenfalls hat sich das V & I-Management GmbH und Co. KG mit Sitz in Wachtendonk gedacht, das für die Sanierung des Parkdecks zuständig ist. „Während der ersten Bauphase war die Hälfte des Parkdecks
gesperrt. Eigentlich sind wir davon ausgegangen, dass nur die Fahrbahnplatten ausgetauscht werden müssen und wir eine neue Beschichtung aufbringen. Daraus ist dann eine Rundum-Erneuerung geworden“, sagt Katharina Sochala vom V & I-Management. Desweiteren wurde ein neues Beleuchtungskonzept, ein Kunden-WC und neue Blumenkübel installiert. Männer, Frauen und behinderte Menschen können nun auf dem Parkdeck auf die Toilette gehen. Zudem ist ein Farbkonzept geplant, um die Wege zu den Treppenabgängen für Fußgänger mit einer anderen Farbe als die Fahrbahn zu markieren. Katharina Sochala macht den angrenzenden Mietern und den Kunden Hoffnung, dass die Baustelle bald fertig ist: „Das Parkdeck wird zwischen dem 15. März und dem 15. April komplett fertig sein“, sagt sie. Dann sollen auch die Arbeiten an den Häuserfassaden abgeschlossen sein. „Wir wollen das so schnell wie möglich fertigstellen, aber wir sind abhängig von der Witterung“, sagt Sochala.

Für die auf dem Parkdeck ansässigen Firmen gibt es also Hoffnung auf ein baldiges Ende der Bauarbeiten. Den Firmen soll zugesagt worden sein, wegen der langen Bauarbeiten auf einen Teil der Miete zu verzichten. Die Parkdeck-Baustelle ist nach Ansicht einer Rewe-Mitarbeiterin der Grund für die Umsatzverluste und die daraus resultierende Schließung des Supermarktes, der zum 30. September 2020 aus den Arkaden rausgeht. „Auch die anderen Geschäfte haben Angst, wenn Rewe raus ist. Denn das ist das Zugpferd für alle inhabergeführten Läden hier“, sagt die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte. Sie bezeichnet die Bauarbeiten auf dem Parkdeck als „Jahrhundertbaustelle“. 90 Prozent der Kunden seien von der Nachricht der Rewe-Schließung „geschockt“ gewesen.

Das Thema hat auch längst die Politik erreicht. Claude Köppe von den Grünen moniert, dass „mit dem Vermieter nicht gut Kirschenessen ist“. Sie beklagt, dass das Parkdeck und die Fassaden seit Monaten „vor sich hingammeln“ würden. „Ich warne davor anzunehmen, dass es dem Vermieter wichtig ist, etwas Gutes für die Stadt zu schaffen“, stellt Claude Köppe fest.