Kaarst: Malteser geben Nachhilfe im Fach Lebensrettung

Malteser bieten Kursus in Kaarst an : „Sie können nichts falsch machen – nur Nichtstun ist falsch“

Kursteilnehmer lernten bei den Maltesern den Umgang mit einem Defibrillator. Die Handhabung ist einfacher als gedacht.

„Denken Sie an „Atemlos“ von Helene Fischer oder „Stayin‘ Alive“ von den Bee Gees – das ist ungefähr der Rhythmus, in dem Sie drücken müssen“, empfiehlt Michael Görlich, Ausbildungsleiter bei den Maltesern. Der Selbstversuch zeigt: Damit klappt die Herzdruckmassage tatsächlich. „Und richtig fest drücken, bis Sie Widerstand spüren“, mahnt Görlich. Das ist anstrengend, doch die zwei Puppen des Malteser-Hilfsdienstes ertragen geduldig die Versuche der 17 Kursteilnehmer in der Volkshochschule (VHS).

Renate Dübbers, ehrenamtlich bei der Deutschen Herzstiftung tätig, hatte den Abend mit dem Thema „Defibrillator – leichter als du denkst“ organisiert. „Ich wurde im Frühjahr von mehreren Personen angesprochen, wo überall im Stadtgebiet von Kaarst Defibrillatoren vorhanden sind und wie diese funktionieren“, erinnert sie sich. Doch zunächst geht es um „normale“ Wiederbelebung, die von Michael Görlich anschaulich vorgetragen wird. Görlich fragt die Punkte ab, die beim Auffinden einer hilflosen Person erforderlich sind: Ansprache, Kontrolle der Atmung, Wählen des Notrufs 112 und eventuell andere Personen zur Hilfe motivieren.

Anschließend demonstriert er an den Puppen die Technik der Herzdruckmassage: 30 Mal drücken, dann beatmen im Wechsel. Wichtig ist das Überstrecken des Kopfes, da sonst keine Freilegung der Atemwege möglich ist. „Wenn Sie auf diese Weise jemanden zurückholen, sind Sie ein Held, aber das gelingt nur ganz selten“, sagt Görlich.

Das Gerät leitet den Helfer
per Sprachsteuerung an

Bis der Rettungsdienst eintrifft, kommt der Defibrillator zum Einsatz. „Keine Angst vor dem Defi – das können schon Grundschulkinder“, sagt der Görlich. Die Helfer werden nach Drücken des On-Schalters Schritt für Schritt per Sprachsteuerung angeleitet: Aufkleben der beiden Elektroden unter dem rechten Schlüsselbein und unter der linken Flanke nach Anweisung. „Wenn Sie sie vertauschen, egal“, beruhigt Michael Görlich – und dann darf der Patient nicht mehr berührt werden. Das Gerät führt eine Analyse des Herzrhythmus durch, empfiehlt einen Schock, gibt den Stromstoß ab und fordert dann zur Herzdruckmassage und Beatmung auf. Alle zwei Minuten wird eine neue Analyse gestartet – anschließend macht der Helfer wieder mit Massage und Beatmung weiter. „Das machen Sie so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft“, sagt Michael Görlich.

Er schärft allen ein: „Sie können nichts falsch machen – nur Nichtstun ist falsch“. Red

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