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Kaarst: Linke fordern Sandra Pauen nach Namensänderung zum Rücktritt auf

Namen der Fraktion geändert : Sandra Pauen ändert Namen der Fraktion

Sandra Pauen und Josef Karis haben beschlossen, den Fraktionsnamen zu ändern und arbeiten als FWG Kaarst-Förderer des Sports weiter im Stadtrat zusammen. Die Linken fordern Pauen nun auf, das Mandat niederzulegen.

Die Kaarster Linken sind verwundert, auch die anderen Fraktionen im Kaarster Stadtrat reagieren überrascht. Am Dienstag wurde bekannt, dass Sandra Pauen, die über die Liste der Linken in den Kaarster Stadtrat eingezogen war, den Namen der Fraktion geändert hat. Aus FWG Kaarst-Die Linke wurde zum 3. Mai FWG Kaarst-Förderer des Sports. Die Linke kommen somit nicht mehr im Fraktionsnamen vor. Aber Pauen verspricht: „Ich werde auch weiterhin für die Linke im Stadtrat sitzen. Das einzige, was sich ändert, ist der Name.“ Die Entscheidung hat Pauen gemeinsam mit Josef Karis, mit dem sie sich den Fraktionsvorsitz teilt, getroffen. Bis zum Ende der Legislaturperiode will sich Pauen weiter für die Themen engagieren, die gemeinsam mit der Partei Die Linke erarbeitet wurden. Hinzu kommt allerdings der Schwerpunkt Sport. „Wir wollen Breiten- und Leistungssportlern eine Stimme geben, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Sportvereinen zu helfen“, sagt Pauen.

Die Linken reagieren mit Unverständnis und fordern Pauen auf, ihr Ratsmandat niederzulegen. „Sandra Pauen ist über die Liste der Linken in den Stadtrat gekommen. Sie muss sofort zurücktreten und den Platz für den nächsten Listenplatz frei machen. Das wäre eine demokratische Selbstverständlichkeit. Alles andere ist Wählerbetrug“, erklärt Linken-Sprecher Eckhart Rosemann. Anfangs dachte er noch, die Namensänderung sei ein Scherz. „Das ist keine Satire, sondern Wirklichkeit. Wir sind enttäuscht und empört“, sagt er. Rosemann gibt zu, bei der Aufstellung der Kandidaten einen Fehler begangen zu haben. „Wir haben eine falsche Entscheidung getroffen, und es ist peinlich, das eingestehen zu müssen.“ Monika Zimmermann, Kaarster Kreistagsabgeordnete der Linken, fügt hinzu: „Ihr politischer Richtungswechsel legt Zweifel an ihrer politischen Einschätzungsfähigkeit nahe. Das ist alles eine große Enttäuschung.“ Sandra Pauen lassen diese Forderungen kalt. „Das ist eine völlige Überreaktion. Wir haben nur den Namen geändert, nichts anderes“, sagt sie. „Ich halte nichts von Ideologien, und hierbei geht es um nichts anderes“, erklärt sie. Und: Ihre Fraktion habe bislang eine gute politische Arbeit im Stadtrat gemacht. „Ich strenge mich an und engagiere mich, es kann sich also niemand beschweren“, sagt sie.