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Kaarst: Karpfen aus Stadtmittesee werden zu Tierfutter verarbeitet

Kaarster Stadtparksee in schlechtem Zustand : See leidet unter großer Fischmenge

Die Überpopulation von Karpfen im Kaarster Stadtparksee sorgt für schlechte Wasserqualität. Daher sollen jetzt einige der dicken Fische an die Tiere im Kölner Zoo verfüttert werden.

Der Stadtmittesee in Kaarst befindet sich in einem schlechten Zustand. Es ist unmöglich, bis auf den Grund zu sehen. Einige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sind schon erfolgt, weitere sind geplant. Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart kündigte im Bau- und Umweltausschuss an, dass dem See Fische entnommen werden sollen, um die Wasserqualität zu verbessern. Das Füttern der Fische und der Wasservögel ist gemäß einer ordnungsbehördlichen Verordnung verboten. Das Ordnungsamt wird verstärkt auf die Einhaltung dieser Verordnung achten und Bußgelder verhängen.

Im Sommer 2020 soll
das Wasser wieder klar sein

„Die Röhricht-Inseln sind bereits eingebracht worden, auf den Verbissschutz haben wir aber bisher verzichtet“, erklärte Burkhart. Dies sei aus optischen Gründen geschehen. Die Verwaltung sei nicht sicher, ob dieser Schutz überhaupt erforderlich ist. Sie werde bis etwa Mitte Dezember abwarten und dann entscheiden, ob in einen Verbissschutz investiert werden soll oder nicht. Burkhart klärte auf, was mit den Fischen aus dem See passiert. „Ein Unternehmen ist bereits mit dem Befischen beauftragt worden, was derzeit noch fehlt ist die Genehmigung des Rhein-Kreises Neuss als Untere Wasserbehörde“, erklärte Sigrid Burkhart. Die Vorgehensweise beschrieb sie so: „Die Fische werden von einer Fachfirma durch leichte Stromschläge narkotisiert.“ Sie werden dann entnommen und nach Köln gebracht. Das Schicksal, das sie dort erwartet: Die Kaarster Stadtmitte-Karpfen und –welse und andere Fischarten werden an die Tiere im Kölner Zoo verfüttert. „Vor allem die größeren Exemplare müssen raus“, erklärte Burkhart. Die Firma verfüge über entsprechende Erfahrungen und sei in der Lage, entsprechend zu selektieren. Wann die Fische entnommen werden, wisse man noch nicht, werde diesen Zeitpunkt aber auch nicht kommunizieren. Der Grund: „Das soll keinen Eventcharakter bekommen.“

Bislang glaubte man, am Boden des Sees habe sich eine dicke Schlammschicht abgesetzt. „Jetzt wissen wir, dass der Schlamm eigentlich nicht das große Problem ist“, erklärt Burkhart. Was die Sicht trübt, seien leichte Schwebstoffe. Wie man dagegen vorgehen wird, steht noch nicht genau fest. Im Rathaus sind zwei Varianten im Gespräch: Entweder werden die Schwebstoffe mit einem Aktivfilter gebunden oder dem See wird Wasser entnommen und durch neues Wasser ersetzt.

In der Sommersaison 2020 soll beim Blick auf den Stadtmittesee im wahrsten Sinne des Wortes wieder Klarheit herrschen. Ordnungsamtsleiterin Brigitte Kaulen setzt darauf, dass vermeintliche Tierfreunde künftig darauf verzichten, Fische und Enten zu füttern. Ihre Überpopulation hat maßgeblich zu dem schlechten Zustand des Stadtparksees beigetragen. Wer zum Beispiel Brot ins Wasser des Sees wirft, kann nicht damit rechnen, dass er künftig mit einer Aufklärung
davonkommt.