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Kaarst: Grüne stellen Nina Lennhof als Bürgermeister-Kandidatin auf

Bürgermeisterwahl in Kaarst : Grüne stellen Bürgermeister-Kandidatin auf

Nina Lennhof ist erst seit 2017 Parteimitglied und tritt nun als Spitzenkandidatin an.

Kehrtwende bei den Kaarster Grünen: Nachdem die Partei im vergangenen Herbst noch ausgeschlossen hatte, einen eigenen Bürgermeister-Kandidaten zu stellen, haben sie sich nun doch dazu entschlossen, ein Mitglied ins Rennen zu schicken. Nina Lennhof kämpft bei der Kommunalwahl am 13. September um das
Bürgermeisteramt.

Die bisherige Sprecherin des Grünen-Stadtverbandes ist erst seit Juli 2017 Mitglied in der Partei und hat eine steile Karriere hinter sich. Damals hat sie sich noch nicht vorstellen können, einmal als Bürgermeister-Kandidatin aufzutreten, doch nachdem sie in den vergangenen Wochen und Monaten von mehreren Seiten darauf angesprochen wurde, reifte ihr Entschluss zu kandidieren. „Ich habe bislang nur positive Reaktionen bekommen und freue mich auf die Aufgabe“, sagt Lennhof. Doch wie kam es zu dem Sinneswandel der Grünen? Einerseits, weil in Lars Christoph (CDU) und Ursula Baum (FDP) zwei eher konservative Kandidaten ihre Kandidatur angekündigt haben, andererseits durch die Entscheidung des Verfassungsgerichts zur Beibehaltung der Stichwahl. „Das hat uns einen Schub gegeben, ein anderes Personalangebot zu unterbreiten“, erklärt Christian Gaumitz, Mitglied im Vorstand der Kaarster Grünen. Die Partei hat intern und extern nach einem geeigneten Kandidaten gesucht – und sich für Lennhof entschieden.

Lennhof will mit „grünen Themen“ punkten

„Wir sind sehr froh und stolz, eine Kandidatin präsentieren zu können, die von der Basis getragen wird“, so Gaumitz weiter. Lennhof wurde vom Vorstand einstimmig nominiert, am 3. Februar wird sie den Mitgliedern vorgeschlagen. Seit der Weihnachtsfeier ist die Personalie allerdings innerhalb der Partei bekannt, die Wahl gilt als Formsache.

Lennhof, Mutter von drei Kindern, sagte nicht gleich zu. „Ich habe in den letzten Monaten gedacht, dass es schade und unverzeihlich wäre, wenn die Grünen keinen eigenen Kandidaten stellen. Irgendwann war ich überzeugt davon, dass ich das kann“, sagt sie. Auch ihr Mann unterstützt die Kandidatur. Lennhof glaubt, dass sie mit „grünen Themen“ bei der Bevölkerung punkten kann. „Es geht nicht darum, mich in den Vordergrund zu stellen, sondern unsere Themen“, sagt sie: „Ich möchte mehr Grün nach Kaarst bringen.“ Dazu zählen Umwelt- und Klimaschutz, Verkehrs- und Mobilitätswende, Bildung, Integration und bezahlbarer Wohnraum. „Ich möchte auf begrünte Dächer und Photovoltaik-Anlagen gucken und die Innenstadt beleben. Kaarst kann Vorreiter beim Klimaschutz sein“, so die 44-Jährige.

Der Job als Bürgermeister bringt auch eine gewisse Personalverantwortung mit. Lennhof ist überzeugt, dass sie das bewältigen kann. „Mit so vielen Leuten habe ich zwar keine Erfahrung. Aber ich hatte immer mit Menschen zu tun und schaffe es, Leute unter einen Hut zu bringen. Ich traue mir das durchaus zu“, sagt sie.

Ihr Ziel für die Kommunalwahl ist, in die Stichwahl zu kommen. Laut Gaumitz könnte es ein Vorteil sein, dass mit Lennhof ein frisches, unverbrauchtes Gesicht als Kandidatin antritt. „Sie trägt nicht das Päckchen, schon seit 20 Jahren als Kommunalpolitikerin aktiv zu sein wie andere Kandidaten“, erklärt er: „Wir wollen alte Zöpfe abschneiden.“