Kaarst: Grüne stellen neue Forderungen für Gesamtschule

Grünen-Antrag in Kaarst abgelehnt : Gesamtschule: Wünsche abgelehnt

Die Grünen sind mit ihrer Liste neuer Forderungen an den Schulneubau gescheitert.

Ben Heinzmann ist seiner Aufgabe als Schülersprecher der Gesamtschule Büttgen nachgekommen und hat der Bürgermeisterin ein Plakat überreicht, auf dem Schüler alle Wünsche für den Neubau gesammelt haben. „Vielleicht führt das ja zu einem Austausch mit uns Schülern“, sagte Heinzmann. Ulrike Nienhaus freute sich sehr über das Geschenk und gab die Wünsche direkt an den Schuldezernenten Sebastian Semmler weiter. Zur nächsten Schulausschuss-Sitzung soll nun auch eine Vertretung der Schüler eingeladen werden.

Doch nicht nur die Schüler, sondern auch die Fraktion der Grünen hat noch weitere Wünsche für den Neubau der Gesamtschule geäußert. Doch damit sind sie nicht durchgekommen, bis auf eine Ziffer wurden alle Vorstellungen der Fraktion konsequent abgelehnt. Lediglich bei einem Vorschlag wird noch geprüft, wie hoch die Kosten sind.

Mögliche Nischen für die
Schüler werden noch geprüft

Nischen für die Schüler, weitere barrierefreie Arbeitsräume, alternative Baustoffe und modulare Bauweise in der Ausschreibung, Dachbegrünung, die mit Warmwasserkollektoren oder Photovoltaik gestaltet sind, weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, beispielsweise Fahrradboxen, ein Werkhof und Kleintierhaltung auf dem Schulhof: Der Antrag der Grünen zum Bau der neuen Gesamtschule war umfassend und hat auch im Stadtrat für Diskussionen gesorgt. Die neue Vorsitzende Claudia Köppe versuchte, die Vorstellungen zu begründen. „In dieser Gesamtschule wird Inklusion gelebt, das braucht gelegentlich andere Räumlichkeiten als bei anderen Schulen. Jede Klasse muss eine Nische haben, die besonders für den inklusiven Unterricht geeignet ist“, sagte Köppe. Ausgestattet werden sollte die Schule mit einem Blockheizkraftwerk, mit dem die Schule „nicht nur sich selbst, sondern möglicherweise auch das Radsportzentrum beheizt“.

Ob Nischen den Kostenrahmen für die Gesamtschule sprengen, muss und wird die Verwaltung prüfen. Alle anderen Pläne der Grünen wurden abgewiesen. „Wenn wir so weitermachen, sind wir in sieben Jahren noch immer am gleichen Standort. Es war schon alles geklärt, und sie gehen jetzt wieder ins Bauprogramm zurück“, sagte der CDU-Vorsitzende Lars Christoph. Tatsächlich war in den vergangenen Ratssitzungen schon über das Bauvorhaben gesprochen worden. Zu der geforderten Kleintierhaltung sagte Christoph: „Dazu fällt mir auch nichts mehr ein.“

Nachdem die geplanten Kosten für die Gesamtschule im vergangenen Herbst von 35 auf 50 Millionen angestiegen waren, will Lars Christoph eine weitere Kostensteigerung vermeiden. „Natürlich sind in dem Antrag schöne Sachen bei. Aber wir können kein Wünsch-Dir-Was machen. Nachher landen wir bei 55 Millionen“, so Christoph. Hildegard Kuhlmeier (SPD) gab Christoph recht: „Das Raumkonzept ist bereits so beschlossen worden. Wir werden dem Antrag der Grünen nicht stattgeben.“

Der Neubau ist das teuerste Projekt in der Stadtgeschichte und wird Politik und Verwaltung noch eine ganze Zeit lang beschäftigen, bis es endlich mit dem Bau losgehen kann. Wann die Schüler an den neuen Standort wechseln können, steht noch nicht fest. Nach Wunsch der Verwaltung bleibt der alte Standort noch drei Jahre bestehen. Doch aus diesem Wunsch könnte ein Wunschtraum werden, sollten Politik und Schulleitung ihr „Wünsch-Dir-Was“-Spiel auf die Spitze treiben.