Kaarst: Grüne stellen keinen eigenen Bürgermeister-Kandidaten

Kommunalwahl in Kaarst : Kaarster Grüne stellen keinen Kandidaten auf

Aufgrund der Erfolgswelle geben die Grünen für die Kommunalwahl Platz zwei als Ziel aus.

. Die Grünen schwimmen nahezu überall auf einer Welle des Erfolges. Die Diskussionen um dem Klimaschutz und die Fridays-for-Future-Demos spielen der Partei dabei komplett in die Karten. So auch den Grünen in Kaarst, die sich für die Kommunalwahl 2020 das Ziel gesetzt haben, die SPD als zweitstärkste Kraft abzulösen. „Das ist auch nicht unrealistisch. Wir haben ein sehr motiviertes Team“, sagt Vorstandssprecherin Nina Lennhof bei der Vorstellung des Spitzenteams der Grünen für die Wahl: „Wir lagen bei der letzten Wahl nur drei Prozent hinter der SPD. Ich denke, mit einem guten Wahlkampf und unseren Ideen können wir uns durchsetzen“, so Lennhof weiter.

„Es läuft nicht immer ideal im Rathaus, und das schon lange“

Einen Bürgermeisterkandidaten wollen sie allerdings nicht stellen. „Wir haben uns dagegen entschlossen“, sagt Lennhof. Nach der Abschaffung der Stichwahl durch die schwarz-gelbe Landesregierung seien die Chancen auf einen eigenen Kandidaten „verschwindend gering“, wie Lennhof sagt. Sollte sich allerdings eine starke Persönlichkeit finden, die auf Verwaltungsebene richtig Ahnung hat, würden die Grünen möglicherweise noch einmal umdenken. „Es läuft nicht immer ideal im Rathaus, und das schon seit Jahren. Da gibt es Verbesserungsmöglichkeiten“, sagt Lennhof. Einen Bürgermeisterkandidaten aus der Politik aufzustellen, „kommt für uns nicht in Frage“.

In ihrer Geschäftsstelle auf der Martinusstraße stellten die Grünen am Freitag ihr Spitzenteam für die Wahl im kommenden September vor. Heiner Hannen, der an diesem Tag krank im Bett lag, Katharina Voller, Einar Rasmussen und Lennhof bilden das Spitzenquartett. Komplettiert wird das potenzielle Stadtratsteam durch Anja Latrouite, Maarten Gassmann, Nina Rossie, Hajo Köbis, Kolja Fußbahn, Andreas Wrobel und Christian Gaumitz. Dieser ist gleichzeitig Landratskandidat seiner Partei, will mit seiner Erfahrung dem jungen und vor allem frischen Team in Kaarst noch unter die Arme greifen. „Deshalb trete ich auf einem mittleren Listenplatz an, um das Ratsteam künftig mit meiner Erfahrung zu unterstützen“, erklärte der Bürgermeister-Kandidat der letzten Kommunalwahl.

Drei große Themen wollen die Grünen angehen und – wenn sie ihr Ziel erreichen – als zweitstärkste Kraft auch mitgestalten. Umwelt- und Klimaschutz, Mobilitätswende und Bildung. Auch konkrete Forderungen gibt es schon. „Das Thema kein Dach ohne Nutzen wollen wir voranbringen“, sagt Einar Rasmussen (54). Auch das Thema Plastik stellt er in den Vordergrund. „Die Verwaltung muss aktiver mit Marktbeschickern reden, speziell bei Kaarst Total“, so Rasmussen. Auch mit dem Einzelhandel muss über Lösungen gesprochen werden, den Plastik-Überfluss zu reduzieren. Beim Thema Mobilitätswende fordern die Grünen eine Umstellung des städtischen Fuhrparks und die Ausweitung des ÖPNV. Zudem soll das Radwegenetz in der Stadt ausgebaut und vor allem sicherer gemacht werden. Im Bereich Bildung wollen die Grünen eine 100-prozentige Deckungsquote für die Offene Ganztagsschule (OGS) erreichen, die Digitalisierung vorantreiben und die Jugendlichen an die Politik heranführen. Die Bürger sollen beim Wahlprogramm mitreden dürfen.

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