Kaarst: Grüne fordern konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz

Kaarster Grünen-Fraktion : Grüne fordern Nachbesserung beim Kaarster Klimakonzept

Das Konzept reicht der Grünen-Fraktion nicht aus. Sie fordert konkrete Maßnahmen.

. Keine Dienstreisen mehr mit dem Flugzeug, ein klimaneutraler städtischer Fuhrpark und die Verwendung nachhaltiger Baustoffe bei künftigen Bau- und Renovierungsmaßnahmen: Die Grünen-Fraktion stellt in einem Antrag an den Stadtrat massive Forderungen an die Verwaltung für ein besseres Klimaschutzkonzept. Denn das Anfang Juni beschlossene Papier reicht der Fraktion längst nicht aus, sie war „ernüchtert“ über die Maßnahmen. „Die Bürgermeisterin wird gebeten, Klimaschutz zur Chefsache zu machen und entsprechende personelle und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, dass eine Klimaschutzmanagerin entsprechend berechtigt agieren kann“, heißt es. Es könne nicht sein, dass die „dringend benötigte Stelle“ einer Klimaschutzmanagerin von Fördermitteln abhängig gemacht wird. Darüber hinaus soll das Essen in allen Kitas und Schulen auf 100 Prozent Bio-Qualität aus regionalen Produkten umgestellt werden, langfristig wollen die Grünen an jeder Einrichtung eine Frischküche etablieren. Eine weitere Forderung: Im Kaarster Stadtgebiet sollen jedes Jahr 5000 Quadratmeter Wald neu angepflanzt werden. Die anderen Fraktionen reagieren gespalten auf den Antrag. „Alleine in diesem Jahr sind gut 70 000 Quadratmeter Wald aufgeforstet worden. Das würde nach dem Antrag der Grünen erst in 14 Jahren erreicht werden“, kritisiert Lars Christoph (CDU).

Städtischer Fuhrpark
umfasst 42 Fahrzeuge

Seit einigen Jahren werde zudem die energetische Gebäudesanierung angegangen, die LED-Umstellung bei der Straßenbeleuchtung sei weitgehend abgeschlossen. „Als CDU haben wir in den letzten Haushaltsberatungen ein Förderprogramm für Dachbegrünungen auf den Weg gebracht. Wir sind also bereits jetzt engagiert unterwegs und gerne bereit, weitere sinnvolle Maßnahmen gemeinsam mit den anderen politischen Kräften auf den Weg zu bringen“, sagt Christoph. Günter Kopp (FDP) fordert dazu auf, „mit Augenmaß die zu treffenden Maßnahmen sorgfältig auszuwählen und erst dann umzusetzen“. Die Liberalen können und möchten sich nicht pauschal den im Antrag geforderten Maßnahmen anschließen. „Eine abschließende Beratung zu diesem Thema steht innerhalb der Partei und Fraktion noch aus.“ Anja Rüdiger von der UWG-Fraktion hält den Maßnahmenkatalog der Grünen „in einigen Forderungen für sehr ambitioniert“, dennoch werde ihre Fraktion diesem Antrag zustimmen. „Nur eine Festschreibung wird leeren Worthülsen einiger Ratskollegen entgegenwirken“, so Anja Rüdiger.

Auf Anfrage erklärte die Stadt, dass es von 2017 bis heute lediglich sieben Dienstreisen mit dem Flugzeug gab. Der städtische Fuhrpark umfasst 42 Fahrzeuge, eins davon fährt mit Elektroantrieb, sieben mit Erdgas. „Die Verwaltung analysiert derzeit den Fuhrpark, um Möglichkeiten einer klimafreundlichen Umrüstung herauszuarbeiten. Die Förderung von klimafreundlicher Antriebstechnik ist ein wesentlicher Teil des Klimaschutzkonzeptes“, teilte Stadtsprecher Peter Böttner mit.

Mehr von Westdeutsche Zeitung