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Kaarst: Gastronomie und Handel entdecken Lieferservice

Stadt Kaarst sammelt Angebote : Kaarster Unternehmen machen mobil

In der Coronakrise bieten immer mehr Gastronomen und Händler Lieferservices.

Seit Montag gilt auch in Kaarst die vom Land verordnete Kontaktsperre. Das bedeutet vor allem für die Gastronomie weitere Einschränkungen. „Der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Mensen, Kantinen und anderen gastronomischen Einrichtungen ist untersagt“, lautet die offizielle Weisung. Allerdings dürfen sie weiter ihr Essen verkaufen: per Lieferservice oder Abholung. Das Essen darf allerdings nicht in einem Umkreis von 50 Metern zur Lokalität verspeist werden. Heißt: Es kann bedenkenlos mit nach Hause genommen werden. Zahlreiche Kaarster Unternehmen haben diese Weisung zum Anlass genommen, ein neues Geschäftsmodell einzuführen: den Lieferservice.

Bislang konnten die Gäste in des Restaurants „Laguna“ lediglich anrufen und die Speisen abholen, doch nun werden Pizza und Pasta auch nach Hause gebracht. Das Restaurant „Daniela“ teilt via Facebook mit, täglich eine Kreation von kulinarischen Speisen „außer Haus“ anzubieten. Zudem arbeitet „Daniela“ mit dem Kaarster Taxiunternehmen Rütter zusammen und liefert das Essen an bedürftige Menschen nach Hause – allerdings gegen einen Aufpreis von 7,50 Euro für eine Lieferung nach Kaarst und 9,50 Euro für eine Lieferung nach Vorst und Büttgen. Der Mindestbestellwert liegt bei 20 Euro. Einen Lieferservice bieten ab Donnerstag auch die Gaststätte „Deutsches Haus“ und das grieschische Restaurant „Dionysos“ an. Das „Deutsche Haus“ liefert seine Speisen allerdings nur nach Kaarst und Holzbüttgen, bei Abholung wird ein Euro pro Gericht vom Preis abgezogen. Auch hier liegt der Mindestbestellwert bei 20 Euro. An der Eingangstür von „Dionysos“ hängt ein Schild, das die Kunden auf den neuen Lieferservice aufmerksam macht. Hier liegt der Mindestbestellwert bei 30 Euro, akzeptiert wird nur Bargeld.

Die Stadt Kaarst sammelt auf einem virtuellen Marktplatz im Internet alle Angebote der Einzelhändler. Nicht nur Gastronomen, auch die Buchhandlung „Seitenreich“, der Bastelladen „Zickzack“, drei Blumen- und Klamottenläden, ein Juwelier und viele andere Unternehmen bieten einen Lieferservice an. „Wir bündeln die Angebote der Unternehmen, die trotz Corona-Krise weitermachen und ihre Waren im Lieferservice anbieten“, erklärt Wirtschaftsdezernent Stefan Meuser: „Dieser Marktplatz ist seit der vergangenen Woche online und wird immer stärker nachgefragt. Das wird jedoch nicht reichen.“ Am Dienstag haben das neue Citymanagement, die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing weitere Möglichkeiten beraten, den Handel in Kaarst zu stärken. Meuser betont: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Plattform, um den Unternehmen neue Vertriebswege zu eröffnen.“

Die Eisdiele „Pastorelli“ stampfte ihren Lieferdienst nach nur einem Tag wieder ein – trotz positiver Resonanz. „Nach langer Überlegung und aufgrund der Entwicklungen haben wir beschlossen, unsere Eisproduktion temporär komplett zu stoppen und ab sofort keinen Lieferservice mehr anzubieten. Für uns bedeutet das, Verantwortung für uns alle zu übernehmen, denn absolut nichts kann unsere Gesundheit ersetzen“, heißt es auf Facebook.