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Kaarst: Drei Vereine organiseren erstmals Karnevalssitzung

Karneval in Kaarst : Gemeinsam für bunten Karnevalsabend

Drei Kaarster Gesellschaften haben erstmals eine gemeinsame Karnevalssitzung organisiert. Die firmierte zurecht als „Bunter Abend“.

Es hätten schon mehr Menschen in´s Albert-Einstein-Forum gepasst als die rund 200 Besucher, die am Samstagabend zu einer gemeinsamen Karnevalssitzung der Gesellschaften „5 Aape“, „Narrengarde Blau-Gold“ und „Kaasch op jöck“ gekommen waren. Trotzdem war niemand unzufrieden – im Gegenteil: „Uns war wichtig, dass überhaupt etwas passiert“, erklärte der Narrengarden-Vorsitzende Ramon Chares. Er war stolz auf seine drei Tanzgruppen: Sie hatten sich während der Pandemie fit gehalten und konnten jetzt mit ihren Auftritten voll und ganz überzeugen.

Los ging es mit der rund 30-köpfigen Garde von „Schöpp op Eicken“. Die Tänzerinnen machten einen tollen Job und der Trommler Yannik war mit seinen sieben Jahren der Jüngste der Mönchengladbacher Gäste. Auffallend war, dass es keinen einzigen Besucher gab, der sich nicht verkleidet hatte. Bürgermeisterin Ursula Baum trug Pink und glitzerte großflächig. Die Dancing Girls von „Kaasch op jöck“ trugen Schwarz-Silber und überzeugten auf der Bühne.

„Wir wollen den Karneval in Kaarst nicht sterben lassen“, sagte Herbert Schmitz von den „5 Aape“, an dem die ganze Moderation hing, weil Helga Scheuren aus gesundheitlichen Gründen passen musste.

„De Stäänefleejer vom Ring“ sorgten für Karnevalsklänge

Die Tänzerinnen dominierten das Parkett, aber es gab auch Büttenreden und aus Neuss kam das, was die Kaarster in dieser Session nicht vorweisen können: ein Prinzenpaar. Beim Ausmarsch von Prinz Mark und Novesia Nicole (Könnecke) samt ihrer Stadt- und Prinzengarde leistete sich Schmitz sich den Versprecher des Abends: „Und nun der Ausmarsch für das Prinzenpaar der Stadt Kaarst.“ Schön wär´s.

Eine reife Leistung lieferte die Neusser Büttenrednerin Thilly Meester ab. „Is dat schön“, schwärmte der „Kistedüvel“ zu Beginn seines Auftritts und die Zuschauer fanden das auch. Meester erzählte von ihrem Mann, der ihr hinten auf die Jeans einen Aufkleber mit der Aufschrift „Vorsicht, schwenkt aus“ aufgeklebt hatte. „Dem kann man beim Altern zugucken“, verriet de Kistedüvel. Und dass er den „Schwarzen Gürtel in Faulheit“ habe.

Die Corona-Pandemie hat auch „Deä Müllmann“ nichts anhaben können. Die Sketche hatte er bereits vor der Pandemie im Programm. Er trat auch wieder mit der weißen Mülltonne auf und erklärte, was es damit auf sich habe: „Sie ist für Schnee und wird nur einmal im Jahr geleert, im Juli. Das Wasser wird an die Feuerwehr verkauft.“ „De Stäänefleejer vom Ring“ sorgten für stimmungsvolle Karnevalsklänge. Auf großartige karnevalistische Deko war verzichtet worden, weil nur Stunden später das Albert-Einstein-Forum bereits von den Kaarster Schützen genutzt wurde. Eine Menge Luftballons in Wellenform über der Bühne musste reichen.

Wie es jetzt weitergeht: Zu Altweiber (16. Februar) werden die Narren um 11.11 Uhr das Rathaus stürmen und am Rosenmontag (20. Februar) wird es wieder einen Zug geben. „Sieben Wagen sind bereits angemeldet“, berichtet Peter Ducksch von den „5 Aape“, der davon ausgeht, dass noch viele weitere Wagen und Gruppen hinzu kommen.

Mit Blick auf die nächste Session berichtet Chares: „Wir sind bestrebt, künftig wieder wie vor Corona zu feiern.“ Er schloss dabei nicht aus, dass die die drei großen Player wieder gemeinsame Sache machen.