„Kaarst ist bunt“ Demo gegen Rechtsextremismus geplant

Kaarst · Nachdem in den vergangenen Wochen in vielen deutschen Städten Menschen gegen Rechtsextremismus auf den Straßen demonstrierten, wird es am kommenden Samstag auch in Kaarst eine Demo geben. Unterstützt wird sie von mehr als 30 Organisationen, Parteien und Vereinen.

 Bei der Demo gegen Rechtsextremismus in Neuss waren 4000 bis 6000 Menschen auf der Straße. In Kaarst werden 500 erwartet.

Bei der Demo gegen Rechtsextremismus in Neuss waren 4000 bis 6000 Menschen auf der Straße. In Kaarst werden 500 erwartet.

Foto: Andreas Woitschützke

(seeg) In Neuss haben am vergangenen Sonntag zwischen 4000 und 6000 Menschen ein deutliches Zeichen für eine bunte Stadtgesellschaft gesetzt und sind gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung auf die Straße gegangen. Für den kommenden Samstag (3. Februar) ist nun auch in Kaarst eine Demonstration gegen Rechtsextremismus geplant. Los geht es um 11.55 Uhr an der VHS (Am Schulzentrum), wo es nach einem gemeinsamen Marsch ab 13.30 Uhr dann auch eine Abschlusskundgebung mit internationaler Musik geben soll. Das Motto: „Kaarst ist bunt!“

Mehr als 35 Organisationen, Vereine und demokratische Parteien unterstützen diese Demo. Die Organisatoren um Werner Kindsmüller und Dagmar Andrae-Maukel haben bei der Kreispolizeibehörde 500 Menschen angegeben, die an der Kundgebung teilnehmen. „Damit rechnen wir auch“, sagt Kindsmüller im Gespräch im Vorfeld der Demonstration. Binnen 36 Stunden wurde die Demo auf die Beine gestellt – und das über den Facebook-Messenger. „Das spricht dafür, dass die Bereitschaft in der Bevölkerung da ist, Flagge zu zeigen“, sagt Kindsmüller, den es freut, dass die Unterstützer die komplette gesellschaftliche Bandbreite darstellen: Schützenvereine, Sportvereine, Kirchengemeinden, demokratische Parteien, Unternehmen und andere Organisationen haben ihre Teilnahme zugesagt.

Startschuss für die Demo ist um fünf vor zwölf: Das habe symbolischen Charakter, wie Kindsmüller erklärt. Bei der Abschlusskundgebung soll es einige Reden aus den verschiedensten gesellschaftlichen Richtungen geben. Dagmar Andrae-Maukel begrüßt die Demonstranten, im Anschluss sprechen die stellvertretende Bürgermeisterin Nina Lennhof für die Stadt, Bouchra El Maazi für die Kaarster Migranten, die evangelische Pfarrerin Anette Marianne Begemann, Karnevalsprinz Raphael Leßmann und Zaheer Ahmad für die Ahmadiyya-Gemeinde. Das Schlusswort übernimmt Werner Kindsmüller. Für den musikalischen Rahmen sorgt Mark Koll, der ein internationales Programm mit Künstlern aus verschiedenen Ländern organisiert.

Am Sonntag seien viele Kaarster bei der Demonstration in Neuss gewesen, am Samstag zudem in Düsseldorf. Warum gibt es am Samstag noch eine Demonstration in Kaarst? „Es soll in jeder Stadt gezeigt werden, dass wir den Rechtsextremen nicht weichen. Jede Stadt tritt für Demokratie ein“, so Kindsmüller. Er nimmt eine Enthemmung der Sprache wahr, immer mehr Menschen werden „verächtlich“ gemacht. „So fing es vor 1933 auch an. Das macht mir große Sorgen um den Fortbestand der Demokratie. Dagegen müssen wir uns lautstark zu Wort melden“, so Kindsmüller.

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