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Kaarst: Circus Traber sitzt wegen Corona-Krise in Kaarst fest

Corona-Krise in Kaarst : Circus Traber kämpft um seine Existenz

Der Familienbetrieb sitzt derzeit in Kaarst fest und ist zum Nichtstun verdammt.

Dass die Corona-Pandemie Existenzen vernichten kann, ist bekannt. Besonders hart trifft es die, die kein finanzielles Polster haben und jetzt gänzlich auf Einnahmen verzichten müssen. In Kaarst ist die Zirkusfamilie Traber akut betroffen. Ihre Zugmaschinen, Futtertransporter und Wohnwagen stehen nach wie vor auf dem Gelände eines alten Bauernhofes an der Broicherseite. Und das, obwohl die neue Zirkussaison längst hätte beginnen sollen. Die Zwangspause zehrt nicht nur an den Nerven, den Zirkusleuten geht auch das Geld aus.

Verhungern muss niemand von der großen Zirkusfamilie, dafür würde notfalls das Sozialamt sorgen. Aber da sind ja auch noch die Ponys, Ziegen, Pferde und Hunde zu versorgen. Und der große Fuhrpark muss instand gehalten werden. Ron Traber (23) ist ratlos: „Uns trifft es ziemlich unerwartet. Eigentlich hätten wir schon längst unsere ersten Auftritte haben sollen.“ Die Großfamilie, die in sechster Generation mit ihrem Zirkus von Ort zu Ort zieht, vornehmlich im Rheinland unterwegs ist und sich „quasi als Neusser Zirkus“ sieht, hat sich längst daran gewöhnt, dass es auch schlechte wirtschaftliche Zeiten gibt. Ein Wegfall aller Auftritte und damit aller Einnahmen bedeutet jedoch eine ganz neue Qualität der Existenzkrise. „Normalerweise legen wir jetzt schon Geld zurück, damit die Tiere während der Wintermonate etwas zu fressen haben“, sagt Ron Traber.

„Eigentlich ist das Frühjahr für uns die beste Saison“, sagt Ramona Traber – die 61-Jährige ist für die Organisation und die Werbung zuständig. Was für sie und ihre Familie besonders quälend ist: „Wir können nicht abschätzen, wie lange wir noch zum Nichtstun verurteilt sind.“ Eine Möglichkeit, zumindest etwas Geld einzunehmen, sieht zurzeit niemand der Trabers.

Die aktiven Zirkusleute halten sich derzeit fit, um in Form zu bleiben. Ron (23) hat in einer Scheune einen großen Boxsack aufgehängt, um Frust abbauen zu können. Die stolzen Zirkusleute, die nie daran denken würden, ihr Zirkusleben aufzugeben, müssen aber einräumen, dass sie sich derzeit sehr über finanzielle Unterstützung freuen würden, um ihren Betrieb aufrechterhalten zu können.