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Kaarst: CDU-Startgruppe legt Zwischenbericht zur Wahlanalyse vor

Analyse nach Wahlniederlage in Kaarst : „Startgruppe 2025“ der CDU legt Zwischenbericht vor

Die „Startgruppe 2025“ der CDU hat einen ersten Zwischenstand ihrer Wahlanalyse präsentiert. Demnach haben Mitglieder der Partei diverse Fehler moniert. Bis 1. Dezember wurden 26 Stellungnahmen ausgewertet.

Nach der Mitgliederversammlung am 8. Oktober hatte sich in der CDU eine Gruppe gegründet, die die Ergebnisse der desaströsen Wahl analysieren sollte. Nun hat die „Startgruppe 2025“ ihre ersten Erkenntnisse veröffentlicht und erhofft sich, durch die Offenlegung der bisherigen Diskussionen weiteres Feedback der Mitglieder. Im Bericht stehen nach Angaben der Gruppe Tatsachen im Vordergrund, er soll keine Abrechnung mit Personen sein. Es soll nach Ursachen für die desaströsen Wahlergebnisse gesucht werden – „in fairer und ausgewogener Weise“, wie es in dem Zwischenbericht heißt.

Am 10. November hatten alle CDU-Mitglieder Post im Briefkasten. Sie erhielten einen Brief der „Startgruppe 2025“ mit vier Impulsfragen. Von den rund 500 Mitgliedern hat die Gruppe bis zum 1. Dezember 26 schriftliche Rückmeldungen erhalten. Damit ist Sprecher Klaus Gerdes vorerst zufrieden. „Ein Rücklauf von zehn Prozent auf solche Befragungen im Hinblick auf die Mitgliederversammlung ist Standard“, sagt Gerdes. Bei der Mitgliederversammlung Anfang Oktober im Einstein-Forum waren in der Spitze 153 Mitglieder anwesend. „Wir haben den Zwischenbericht veröffentlicht, weil wir darauf wieder Feedback erwarten. Je mehr, desto besser“, so Gerdes.

Doch was genau steht in dem Zwischenbericht? „Es sind diverse Vorschläge gekommen, was der neue Vorstand und die Mitglieder verbessern können“, sagt der Sprecher. Interessant sind vor allem die Teile C und D in dem Zwischenbericht. In Teil C sind die Antworten der Mitglieder auf die Impulsfragen zu den positiven und negativen Eindrücken des Wahlkampfes, den Gründen für die Verfehlung der Wahlziele, Anregungen und Tipps seitens der Mitglieder und die Verbesserung der Parteiarbeit aufgelistet.

Mit je vier Nennungen stehen die Papier- und Plakatflut während der Kommunalwahl, die falsche Wahl der Kampagne, die zu sehr auf den Bürgermeisterkandidaten Lars Christoph ausgelegt gewesen sei, das zu spät veröffentlichte Wahlprogramm, die fehlende Rückendeckung für den Spitzenkandidaten einiger Mitglieder, die frühe Festlegung in Richtung der Grünen sowie als Wunsch die strikte Trennung der federführenden Positionen in Partei und Fraktion an der Spitze der Tabelle. Auch die Abwahl der ehemaligen Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und der damit verbundene Verzicht auf den Amtsbonus sowie die Hinterzimmer-Politik wurde mit drei Nennungen bemängelt. Im D-Teil stehen Anregungen und Vorschläge der Startgruppe für die künftige Parteiarbeit – dies sollen aber ausdrücklich keine Vorgaben sein. So soll wieder ein rücksichtsvoller Umgang untereinander geführt, ein „Wir-Gefühl“ neu aufgebaut, Mut zu Zivilcourage und wertschätzendes Miteinander gefördert und die CDU wieder als „Mitmachpartei“ etabliert werden.

Klaus Gerdes erklärt, dass die Startgruppe alle Anregungen dem noch zu wählenden Vorstand vorgelegt werde und dieser entscheiden kann, ob er das in seine künftige Arbeit einfließen lässt. „Es gab viele Anregungen, die mit Verbesserungsvorschlägen verknüpft waren, das hat uns am meisten gefreut“, sagt Gerdes. Wie es weitergeht, bespricht die Startgruppe am 15. Dezember.