Kaarst: Bundesverbandstag 2019 der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung

Festakt in Kaarst : KKV: Zahlreiche Gäste beim Festakt

Beim Bundesverbandstag der Katholiken ging es um aktuelle Themen. Lutz Lienenkämper sprach sich für Europa aus.

. Der 90. Bundesverbandstag des Bundesverbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung klang am Sonntagmittag mit einer „Festlichen Stunde“ im Atrium des Rathauses aus. Ulrike Nienhaus begrüßte die Festgäste als Bürgermeisterin und als Vorsitzende des KKV Kaarst. Festredner war Lutz Lienenkämper. Der NRW-Finanzminister hob die Bedeutung des Mittelstandes hervor. Sein Credo wird man gerne gehört haben: „Wir brauchen starke Sozialverbände.“

Zu den Gästen, die die Bürgermeisterin begrüßte, gehörten der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, der KKV-Bundesvorsitzende Josef Ridders und Thomas Rusche – der Textilunternehmer war am Samstag als „Ehrbarer Kaufmann“ ausgezeichnet worden. Faire Mitarbeiterführung, bürgerschaftliches Engagement, unternehmerischer Mut und Familienfreundlichkeit hatten ihm dieses Prädikat eingebracht. Ulrike Nienhaus ging in ihrer Begrüßungsrede auf das Leitthema des Bundesverbandstages ein: „Die Zukunft beflügeln.“ Der KKV müsse sich mit Mut und Kraft den Herausforderungen für die Zukunft stellen. „Wir brauchen Mut, auch unebene Wege zu gehen und den einen oder anderen neuen Weg zu erkunden“, sagte Nienhaus. Sie bedankte sich beim Bundesverband dafür, dass der die Bundesverbandstagung in Kaarst ausgerichtet hat.

Position gegen Verstaatlichungen und Sozialisierungen

Für die musikalische Umrahmung sorgte „Big Flaps“, das Saxophonquartett der Musikschule des Rhein-Kreises Neuss. Lutz Lienenkämper lobte den KKV: „Sie setzen sich für den sozialen Aspekt in unserer Gesellschaft ein.“ NRW solle wieder Aufsteigerland werden. „Befähigen, nicht entmündigen“, laute die Devise der Landesregierung. Das Zupackende stecke in der DNA des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Eine wirtschaftlicher Erfolg sei ohne Realitätssinn und Augenmaß nicht erreichbar. Er attackierte Parteien, die die Verstaatlichung nicht ausschließen wollten: „Verstaatlichen und – dezenter ausgedrückt Sozialisierungen – gehen an der Lebenswirklichkeit vorbei. Den Mittelstand bezeichnete Lutz Lienenkämper als „das Herz unserer Wirtschaft“.

Der Minister sprach sich eindeutig für Europa aus, allein schon aus wirtschaftlichen Gründen: „Unser Bundesland exportiert pro Jahr Waren im Wert von 191 Milliarden Euro – für knapp 126 Milliarden Euro gehen Waren in Länder der EU.“ Es gehe in der Politik nicht darum, sich bequemen Unwahrheiten zu stellen, sondern unbequemen Wahrheiten. Die leicht nachlassende Konjunktur sei kein Grund zu Panikmache. Um nachfolgenden Generationen nicht den Atem zu nehmen, habe man 2018 zum ersten Mal darauf verzichtet, neue Schulden zu machen. Europa müsse „mit Augenmaß und nüchternem Blick gestärkt werden“.

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