Kaarst: Auto-Ripper an der Klausnerstraße unterwegs

Auto-Ripper in Kaarst unterwegs : Kaarster leiden unter Autokratzer

Bereits sechs Mal haben Unbekannte an der Klausnerstraße abgestellte Autos zerkratzt. Polizeiermittlungen laufen ins Leere.

Am vergangenen Samstag war es mal wieder so weit: Als Karsten S. (Namen geändert) sein Haus an der Klausnerstraße verließ und in sein Auto steigen wollte, bemerkte er einen Kratzer. „Eigentlich wollten wir das Auto noch irgendwo anders hinstellen, weil mein Mann ein schlechtes Gefühl hatte. Doch leider haben wir es am Freitagabend nicht mehr getan“, sagt Regina S. „Das muss aufhören, wir haben wirklich die Schnauze voll“, sagt Karsten S. Der Schaden: rund 3200 Euro.

Nach eigenen Angaben hat die Polizei von 2014 bis heute aufgrund von neun Strafanzeigen im Zusammenhang mit Auto-Delikten ermittelt. Demnach ist es in fünf Jahren zu sechs Fällen von Sachbeschädigung an Fahrzeugen gekommen, die an der Klausnerstraße geparkt waren. In drei Fällen wurden Autos aufgebrochen. Wegen der letzten Anzeige vom 9. Februar werde noch ermittelt, heißt es. Hinzu kommen Fälle, die erst gar nicht gemeldet wurden. Doch solange der Täter nicht auf frischer Tat ertappt wird, ist die Polizei machtlos.

Die Polizei gehe bereits Streife und bittet um jeden Hinweis

„Wir bestreifen mit uniformierten und zivilen Kräften das gesamte Stadtgebiet Kaarst, Vorst und Büttgen. Doch die Polizei kann nicht überall sein. Wir rufen regelmäßig dazu auf, verdächtige Beobachtungen unverzüglich der Polizei zu melden, damit wir schnellstmöglich tätig werden können“, teilt die Polizei mit. Die Anwohner haben nun eine ganz andere Idee.

Sie fordern, die betroffenen Parkplätze zu entfernen und stattdessen ein Parkverbot einzurichten. „Das wäre die beste Lösung für alle. Dann kommt auch der Müllwagen hier durch und man wird morgens nicht mehr angehupt“, sagt Anwohnerin Silke R.. „Wenn die Parkplätze hier weg sind, wird sich derjenige, der für die Schäden verantwortlich ist, sicher auch ärgern“, sagt Sven M. Denn die Anwohner vermuten hinter dem Täter jemanden, der immer nur dann zuschlägt, wenn ein anderer auf einem ganz bestimmten Parkplatz steht. Es gibt auch Überlegungen, die Parkplätze mit Infrarot-Kameras zu überwachen. Aber das würde vor Gericht nicht als Beweis gelten.

Die Stadt zeigt sich offen für
den Vorschlag eines Parkverbots

Die Anwohner wollen nun bei der Stadt Kaarst die Idee des Parkverbots hinterlegen. Laut Verwaltung liegt die strafrechtliche Zuständigkeit in der Hand der Polizei. „Davon unabhängig und mit Blick auf den Straßenverkehr in der Klausnerstraße ist die Prüfung eines Parkverbots auf den angesprochenen Flächen zu sehen. Eine derartige Prüfung hat seitens der Stadt noch nicht stattgefunden, ist aber vorgemerkt“, schreibt die Stadt zu der Situation an der Klausnerstraße. Die Anwohner könnten mit ihrem Wunsch auch selbst an die Stadtverwaltung herantreten. „Selbstverständlich können darüber hinaus die unmittelbaren Anwohner ihre Argumente für ein Parkverbot in Form eines Antrags darlegen“, sagt Stadtsprecher Peter Böttner.

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