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Erdbeerhof: Roter Genuss frisch vom Feld

Erdbeerhof: Roter Genuss frisch vom Feld

Auf dem Kaarster Erdbeerhof Küppers hat die Erntezeit begonnen. Die WZ hat die Früchte probiert.

Kaarst. Sommerzeit ist Erdbeerzeit. Auch wenn ersteres noch nicht ganz dem Kalender entspricht: Die ersten roten, zart duftenden Früchte sind bereits geerntet. Und ihr Geschmack überzeugt — ob pur, mit Vanillezucker, püriert oder auf dem Kuchen. Wie er die süße Ernte am liebsten auf dem Teller hat, weiß Franz-Josef Küppers ganz genau. „Mein Rezepttipp: Erdbeeren schneiden, Sahne darauf geben und Pfeffer darüber streuen. Das ist genial“, sagt er mit einem Lächeln, das Vorfreude verrät.

1979 begann mit Hans-Josef Küppers die Erfolgsgeschichte der Erdbeere auf dem Holzbüttgener Hasselshof, seit 14 Jahren halten Sohn Franz-Josef Küppers und seine Frau Thessa die Geschicke des Hofes in den Händen — harte Arbeit mit köstlichem Nebeneffekt. „Ich bin heute morgen um 3 Uhr aufgestanden“, sagt Küppers, der mit dem Obstanbau aufgewachsen ist. „Das war als Kind schon so: Die anderen sind im Sommer ins Freibad gefahren, wir standen auf dem Hof und haben Erdbeeren verkauft.“

Geerntet wird täglich, auf mehr als 100 000 Quadratmetern Ackerfläche, kurz vor Ostern zum ersten Mal in diesem Jahr — „zum ersten Mal in der Geschichte des Hofes so früh. Mein Vater hat immer gesagt, wenn er zu seinem Namenstag Ende Mai die ersten Erdbeeren auf dem Tisch hat, ist er glücklich.“

Noch reifen die Früchte in langen tunnelartigen Zelten. „Die nötige Wärme stammt ausschließlich von der Sonne, nicht von Heizungen“, sagt Küppers. „In der nächsten Woche können wir die ersten Freilanderdbeeren ernten“, vermutet er. Sein Tipp zur Aufbewahrung: „Am besten gar nicht aufbewahren, sondern gleich essen. Erdbeeren verlieren bei der Lagerung Aroma.“

Wer selbst pflücken will, muss sich allerdings noch bis Ende Mai gedulden. Bislang übernehmen das 30 Saisonarbeiter aus Polen und Rumänien, in der Hauptsaison sind es rund 80 Helfer, die zweimal täglich die Sträucher erleichtern. Ihr Stundenlohn: acht bis zehn Euro.

Bis Mitte Juli dauert die Saison. Die Beine hochzulegen, kommt für Familie Küppers auch dann nicht in Frage. „Wir pflanzen neue Erdbeeren. Außerdem beginnt mit dem Ende der Erdbeerzeit die Ernte von Äpfeln und Kartoffeln“, sagt der Landwirt.

Zunächst steht jedoch am Sonntag, 5. Juni, das Erdbeerfest an. Neben kulinarischen Variationen der roten Hauptdarstellerin gibt es eine Liveband sowie ein Piratenschiff, eine Strohburg und einen Streichelzoo für die kleinen Besucher.