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Die Stadt ersetzt mehr als 2000 Laternen

Die Stadt ersetzt mehr als 2000 Laternen

Neue Lampen sparen Energie: Durch LED-Leuchten sollen die Stromkosten um bis zu 75 Prozent reduziert werden.

Kaarst. Die Tür des Hebekorbs geschlossen, an der Steuerung des Steigers gezogen, und schon geht es für Jörg Thomas nach oben. Im Gepäck hat er die längliche, graue Lampe, die den Namen Siteco SL 10 LED trägt, und die das nächtliche Straßenbild verändern wird. Denn seit zwei Wochen ist ein von der Stadt beauftragtes Unternehmen dabei, die alten Lampen gegen neue, moderne LED-Lichter auszutauschen.

Mit einem Spezialschrauber dreht Jörg Thomas den Kopf der alten Laterne ab, zieht das Kabel durch den Pfahl und kann damit beginnen, die neue Leuchte anzubringen. Das wird er noch einige Male tun. Laut Gerd Schmitz vom Tiefbauamt sollen bis Ende 2014 mehr als 2000 LED-Lampen in Kaarst angebracht werden.

Die Umrüstung spart bares Geld. „Im Moment zahlt die Stadt nur für Straßenbeleuchtung jährlich rund 350 000 Euro an Stromkosten. Nach dem Umstieg werden es 70 bis 75 Prozent weniger sein“, sagt Schmitz.

Zudem fallen die Aufwendungen für den regelmäßigen Austausch weg. Anstatt alle vier Jahre die „Birnen“ wechseln zu müssen, wie es bei den alten Modellen (SL 50) der Fall ist, müssen die LED-Leuchten nur alle 15 Jahre getauscht werden. „Das bringt noch einmal 30 000 Euro Ersparnis“, sagt Schmitz.

Er hat zudem errechnet, dass sich die Gesamtkosten von rund 1,125 Millionen Euro durch die neuerliche Erhöhung des Strompreises bereits in sechs Jahren amortisieren können. „Für die Stadt ist die Umrüstung auf die LED-Technik einfach ein gutes Geschäft“, sagt Schmitz. Zumal von der Millioneninvestition rund 281 000 Euro mit Fördermitteln des Bundesumweltministeriums gestemmt werden.

Drei verschiedene Leuchtstärken bringen in Kaarst demnächst Licht ins Dunkel: 19 Watt für Wohngebiete, 35 Watt für Sammelstraßen und 60 bis 80 Watt auf Hauptstraßen. Die Lampen sind allerdings auch einzeln regelbar — so können Anpassungen vorgenommen werden.

„Wir müssen die Leuchtstärke auch noch austesten. Manchmal waren sie tatsächlich sehr hell eingestellt“, sagt Schmitz zu Beschwerden einzelner Bürger, die sich von den ersten neuen LED-Lampen an der Grünstraße geblendet fühlten. Dort wird das Licht nun von 45 auf 35 Watt heruntergestellt.

Auf Konsens war zuvor bei einem Test in einem LED-Musterpark in Driesch die mit 4000 Kelvin recht neutrale Farbe der neuen Beleuchtung gestoßen. Per Fragebogen hatten sich die meisten Besucher gegen zwei andere und für diesen wärmeren Farbton ausgesprochen.