DDR-Ausstellung: „Feind ist, wer anders denkt“

DDR-Ausstellung: „Feind ist, wer anders denkt“

Die Kaarster Ausstellung in der Rathausgalerie zeigt die Wirklichkeit des Machtmissbrauchs in der DDR.

Kaarst. Roland Jahn wurde in der DDR verfolgt und inhaftiert. „Diese Ausstellung kann Lebenshilfe für die Menschen sein“, sagt er anerkennend.

In der Kaarster Rathausgalerie haben Bürgermeister Franz-Josef Moormann und Roland Jahn, der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, am Mittwochabend eine Ausstellung über die Machenschaften der Staatssicherheit in der DDR eröffnet.

Der Titel „Feind ist, wer anders denkt“ bringt den Kern der Bestrebungen des DDR-Regimes plakativ auf den Punkt und fordert den Besucher auf, sich mit dem Thema zu befassen — was leicht fällt, denn selten werden so viele Informationen so anschaulich gezeigt wie jetzt in Kaarst.

Bürgermeister Moormann verdeutlichte in seiner Ansprache zur Eröffnung die Aktualität dieser geschichtsträchtigen Ausstellung: „Der Staat ist einfach da, wir dürfen niemals aufhören, über öffentliche Gewalt und den Staat nachzudenken.“

Auch wies er auf die Lebensumstände hin, die in beiden deutschen Nachkriegsstaaten grundverschieden waren: Im Westen war die Freiheit ein nicht in Frage gestelltes Gut, auf der anderen Seite der Mauer lebte ein Teil des gleichen Volkes in einer von Bespitzelung und Unterdrückung geprägten, totalitären Staatsform.

Die Kaarster Ausstellung zeigt die Wirklichkeit des DDR-staatlichen Machtmissbrauchs. Besonders anschaulich wird diese durch 13 Einzelschicksale.

Als Ergänzung für den Geschichtsunterricht ist ein Besuch ebenso geeignet wie für interessierte Bürger. Bis zum 25. Mai ist die Ausstellung zu sehen.

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