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Coronavirus: Stadt Kaarst sagt alle Veranstaltungen bis zum 5. April ab

Coronavirus : Alle städtischen Veranstaltungen in Kaarst abgesagt

Alle Termine bis zum 5. April sind betroffen – unter anderem das Kabarett-Programm und die Ostermärkte in Kaarst und Büttgen.

Das Coronavirus legt bis zum 5. April auch den Veranstaltungskalender der Stadt Kaarst lahm. Die Verwaltung hat am Mittwoch beschlossen, alle städtischen Veranstaltungen aufgrund akuter Infektionsgefahr mit dem Coronavirus abzusagen. Davon betroffen sind alle Kabarettveranstaltungen, Theaterfahrten, die Ostermärkte und die damit verbundenen verkaufsoffenen Sonntage, der Immobilientag, die Sportlerehrung und die Kinovorstellungen. „Wie haben eine schwere, aber richtige Entscheidung getroffen“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus in einer Videobotschaft. Sie bestätigt zwar, dass es noch keinen Corona-Erkrankten in Kaarst gebe, allerdings „gibt es Infektionsfälle in Nachbarkommunen.“ Deshalb müsse die Stadt Vorkehrungen treffen. „Wir wissen, dass viele Kaarster bereits Karten für Veranstaltungen gekauft haben. Einige Veranstalter werden einen wirtschaftlichen Schaden erleiden. Aber aus unserer Sicht war diese Entscheidung alternativlos“, sagt Nienhaus weiter. Sie werde sich dafür einsetzen, dass Lösungen gefunden werden, um Schäden „abzuwenden oder zu minimieren“.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte am Dienstag vorgegeben, alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen abzusagen. Dabei machte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann deutlich, dass die Entscheidung über kleinere Veranstaltungen mit einer entsprechenden Risikobewertung bei den Kommunen liegt. „Uns ist dieses Risiko zu hoch“, sagt Nienhaus. Eine Stadtgesellschaft müsse angesichts der Infektionsgefahr Solidarität mit denjenigen üben, bei denen eine Erkrankung schwerwiegende Folgen haben könnte: „Nach allem, was wir wissen, ist der Coronavirus für die meisten von uns mit einem grippalen Infekt zu vergleichen. Bei einigen Patienten ist der Krankheitsverlauf jedoch deutlich komplizierter, mitunter besteht Lebensgefahr. Als Bürgermeisterin muss ich für alle Bürger entscheiden, auch für die älteren Menschen, für die chronisch Kranken und Schwachen“, sagt Nienhaus.

Es könne möglicherweise nicht verhindert werden, dass es auch in Kaarst infizierte Personen geben werde. „Aber wir wollen verhindern, dass sich der Virus einfach und schnell verbreiten kann“, sagt die Bürgermeisterin. Auch weil kurzfristige Absagen oder die Kontrolle von Personen nicht immer gewährleistet werden kann, sei die Entscheidung aus Sicht der Stadt richtig. Der Erste Beigeordnete Sebastian Semmler kann auf die Erfahrungen der vergangenen Wochen zurückgreifen: „Wir haben erlebt, dass bei der Anordnung von häuslicher Quarantäne und Schulverboten trotz der sehr guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Schulen und der eindeutigen Personengruppe ein erheblicher zeitlicher und personeller Aufwand nötig wird, um die Empfehlungen des Kreisgesundheitsamtes umzusetzen. Bei den nunmehr abgesagten Veranstaltungen kann schon aus Datenschutzgründen nicht davon ausgegangen werden, dass wir auf eine vergleichbare Informationskette zurückgreifen können.“

Die Entscheidung gilt zunächst bis zum Beginn der Osterferien. „Wir hoffen, dass wir bis dahin die Infektionsrate bremsen konnten und der Virus an Kraft verliert. Die Stadtverwaltung wird die Lage im Blick behalten und angepasst entscheiden“, sagt Nienhaus.