Büttgen: Sportforum als Medaillenschmiede für Radfahrer

Trainingsstätte in Büttgen : Mehrzweckhalle in Büttgen wird 2019 an mehreren Stellen saniert

Das Sportforum erhält 273 000 Euro Zuschuss von der Stadt.

Auf dieser Bahn wurden Olympiasieger gemacht: Das Sportforum in Büttgen ist wahrscheinlich allen deutschen Radprofis ein Begriff. Sogar Erik Zabel, der sechsmal das Grüne Trikot des besten Sprinters bei der Tour de France gewann, schaut schon mal vorbei, wenn er in der Nähe ist. Vor den Olympischen Sommerspielen trainieren hier verschiedenste Nationalmannschaften, zahlreiche Medaillengewinner haben sich auf der Büttgener Radrennbahn auf das wichtigste Ereignis ihrer Laufbahn vorbereitet. „Unsere Bahn ist schon bekannt, da sind wir auch stolz drauf“, sagt Franz-Josef Kallen, Vorsitzender des Fördervereins Sportforum. Das größte Event im Jahr ist der „Spurt in den Mai“, bei dem rund 1200 der 1600 verfügbaren Zuschauerplätze belegt sind. „In den vergangenen Jahren war es durch die Doping-Berichterstattung schwierig, aber dieses Tal ist jetzt durchschritten, das merken wir hier auch“, sagt Kallen. Das liegt auch daran, dass die Tour de France im vergangenen Jahr durch Büttgen fuhr. Danach sind die Anmeldungen vor allem im Jugendbereich des Radsportvereins um rund acht Prozent angestiegen. „Die Akzeptanz des Radsports wird wieder von Jahr zu Jahr besser“, glaubt der Vereinsvorsitzende.

Skaterhockey-Team trainiert
auf einem Feld in der Halle

Doch nicht nur für den Radsport bietet die Halle optimale Trainingsbedingungen. Auch der Skaterhockey-Bundesligist Crash Eagles Kaarst trainiert auf einem Feld in der Halle, zudem wird hier von montags bis freitags intensiv Schulsport betrieben. „Die Auslastung liegt nahezu bei 100 Prozent“, sagt Egon Vossen, Schriftführer des Fördervereins. Die 245 Quadratmeter große Gymnastikhalle ist ebenfalls die ganze Woche ausgebucht. „Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Stadt uns weiter Fördermittel in dieser Höhe zur Verfügung stellt. Für das Vertrauen sind wir sehr dankbar“, sagt Kallen. Der große Vorteil des Sportforums im Vergleich zu den anderen Kaarster Sporthallen: Sie kann viel günstiger betrieben werden. Warum, erklärt Kallen. „Wir haben im Förderverein Mitarbeiter aus den verschiedensten Bereichen, die natürlich nichts kosten und die Arbeit umsonst erledigen“, sagt er. Die Stadt spart somit rund 100 000 Euro Personalkosten im Jahr ein. „Wir machen das gerne, weil wir der Stadt etwas zurückgeben wollen“, sagt der Vorsitzende.

Das Geld kann der Förderverein gut gebrauchen, denn 2019 stehen einige Sanierungen auf dem Plan. So soll auf dem Feld, auf dem Basketball und Handball gespielt werden, ein neuer Boden verlegt werden. Der jetzige ist schon 18 Jahre alt. Auch in der Gymnastikhalle soll ein neuer Untergrund verlegt werden. „Hier wölbt sich der Boden schon, weil die Holzkonstruktion darunter irgendwann mal nass geworden ist“, erklärt Rainer Schürger, der für die Technik im Sportforum verantwortlich ist. Die größte Aufgabe wird aber sein, die Beleuchtung auszutauschen – sowohl in der großen Halle als auch in der Gymnastik-Halle. „Wir werden überall auf LED umrüsten, sodass wir nirgendwo mehr Röhrenlampen haben“, sagt Schürger.

Mehr von Westdeutsche Zeitung