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Bürgerbus geht doch an den Start

Bürgerbus geht doch an den Start

Gründung soll Ende Mai stattfinden. Nun werden Fahrer für den Bus gesucht.

Kaarst. Noch vor wenigen Wochen sah es danach aus, dass sich alle Pläne für einen Bürgerbus in Kaarst zerschlagen hätten. Bevor das Projekt umgesetzt werden kann, muss ein Trägerverein gegründet werden. Doch die dafür notwendigen Personen kamen nicht zusammen. Nun vermeldet die Senioren-Initiative Kaarst (SIK), die den Bürgerbus vor mehr als einem Jahr angeregt hatte, Erfolg:

Vier engagierte Kaarster meldeten sich. „Ich bin sehr froh, dass sich die Leute gefunden haben“, sagt SIK-Vorsitzender Horst Schleberger. Er verspricht, den neuen Bürgerbusverein tatkräftig zu unterstützen: „Wir sind so eine Art Geburtshelfer.“

Nötig wurde ein eigenständiger Verein aus rechtlichen Gründen. Ein Bürgerbus benötigt unter anderem eine Konzession für den Öffentlichen Personennahverkehr. Albert Butzmühlen erklärte seine Bereitschaft, den Vorsitz des neuen Vereins zu übernehmen. Hinzu kommen die drei weiteren Kaarster, die sich freiwillig gemeldet hatten, sowie drei Mitglieder der SIK.

Dazu gehört auch Manfred Stranz, der sich über das Engagement der vier Freiwilligen freut: „Die Leute sind aufgetaucht wie Phoenix aus der Asche.“ Die Satzung für den Bürgerbusverein stehe bereits, nur an Details werde noch gefeilt. Die Gründungsversammlung soll Richtung Ende Mai stattfinden, ein genauer Termin existiert noch nicht. „Wir müssen jetzt erst einmal Gespräche mit der Stadt führen“, erklärt Stranz.

Zu klären sind auch noch die finanziellen Details: Das Land NRW fördert Bürgerbusse mit 40 000 Euro. Ein Kleinbus mit acht Plätzen und rollstuhlgerechter Ausstattung würde deutlich teurer werden. Hinzu kommen laufende Kosten für Inspektionen, Reparaturen und vor allem für den Treibstoff.

Stranz: „Wir würden den Bus gerne mit einem Gasantrieb ausstatten, um den Kilometer-Preis niedrig zu halten.“ Er hoffe dafür auf einen starken Kooperationspartner, wie zum Beispiel die Stadtwerke und auf weitere Sponsoren. Sie könnten als Gegenleistung zum Beispiel Werbeaufdrucke auf den Fahrkarten erhalten.

Dem Verein liege vor allem daran, einen günstigen Fahrpreis anzubieten. Eine Fahrt soll für 1,20 bis 1,40 Euro zu haben sein. „Das Ziel besteht auf jeden Fall darin, dass sich jeder den Bürgerbus leisten können soll“, betont Stranz. Genaue Fahrpläne existieren bislang noch nicht. Der Verein will aber auf jeden Fall die Ortsränder von Büttgen und Vorst versorgen sowie eine Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten Kaarsts schaffen.

Die nächste große Aufgabe wird laut Stranz sein, Fahrer für den Bus zu finden: „Wir benötigen 20 bis 30 Personen, die das übernehmen.“ Mut macht den Kaarstern der Blick zu den Bürgerbussen in Willich und Korschenbroich. Dort fanden sich in kürzester Zeit 40 Fahrer.