Bahnübergang Mahnkartzweg: Umbau im März?

Bahnübergang Mahnkartzweg: Umbau im März?

Noch immer gibt es keine Genehmigung für die nötigen Sperrpausen am unbeschrankten Bahnübergang Mankartzweg.

Kaarst. Im Juni 2010 kam es auf dem Bahnübergang am Mankartzweg an der Stadtgrenze zu Meerbusch zu einem tödlichen Unfall. Ein 16-jähriger Meerbuscher wollte mit seinem Motorroller den unbeschrankten Übergang passieren, konnte nicht rechtzeitig bremsen und wurde vom Zug erfasst. Seine Sicht war wahrscheinlich eingeschränkt, so dass er das Warnsignal aus seinem Blickwinkel nicht sehen konnte.

Foto: Stefan Büntig

Schnell waren sich Bahn und Stadt anschließend einig, dass der Übergang eine Schranke benötige. Rund 792 000 Euro sollten die Umbaumaßnahmen nach Angaben der Bahn im Jahr 2010 kosten, 92 000 Euro sollte die Stadt übernehmen. Bereits 2008 hatte es eine Plangenehmigung für die Maßnahme gegeben. Trotzdem ist bis heute — mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Unfall — noch nichts passiert.

Zunächst hat eine zusätzliche Genehmigung für den Neubau einer sechs Kilometer langen Kabeltrasse inklusive einer artenschutzrechtlichen Prüfung für Verzögerung gesorgt. Diese hatte ergeben, dass rund um die Trasse die bedrohte und geschützte Zauneidechse lebt. Nach einer neuen Plangenehmigung, inklusive der Erdhügel als Ausweichflächen für die Eidechse, sollte der Umbau eigentlich im ersten Halbjahr 2013 beendet sein. „Leider ist nun eine Umsetzung der Baumaßnahme erst ab März dieses Jahres möglich“, sagte ein Bahnsprecher gestern.

Die Sperrzeiten für den Ausbau der Kabeltrasse wurden bei der DB Netz zwar angemeldet, jedoch haben laut Eisenbahn-Bundesamt aktuell die Sicherheitseinrichtungen in Tunneln Priorität. Aufgrund des Tunnel-Nachrüstungsprogramms in Düsseldorf wurde die Erneuerung des Bahnübergangs am Mankartzweg jetzt vorerst auf März vertagt. „Trotz intensiver Prüfungen der Infrastruktur- und Baubetriebsplanung ist es bedauerlicherweise nicht möglich, die für die Erneuerung des Bahnübergangs erforderlichen Sperrpausen zu anderen Zeiten zu bekommen“, erklärt der Sprecher.

Jetzt ist das Projekt in Kaarst zwar auf März verschoben — ein genehmigter Sperrpausenplan liegt allerdings noch nicht vor. „Daher können wir derzeit noch keinen verbindlichen Termin für den Ausführungsbeginn benennen.“

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