Ausstellung zum 17. Juni: Der Beginn eines langen Kampfes für die Freiheit

Ausstellung zum 17. Juni: Der Beginn eines langen Kampfes für die Freiheit

Im Rathaus erinnert eine Ausstellung an den Volksaufstand vom 17. Juni.

Kaarst. Vor genau 60 Jahren gingen am 17. Juni über eine Millionen Menschen in der Frühphase der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auf die Straßen und kämpften gegen eine Erhöhung der Arbeitsnormen und die Unterdrückung durch die SED-Regierung. Dieser Kampf endete in der Konfrontation mit sowjetischen Panzern.

Im westlichen Teil Deutschlands wurde dieses Datum zum Tag der Deutschen Einheit, der bis zur Wiedervereinigung 1989 an diesen Volksaufstand erinnerte und als Feiertag begangen wurde. Im Kaarster Rathaus eröffnete Bürgermeister Franz-Josef Moormann am diesjährigen 17. Juni eine Ausstellung mit Zeitdokumenten, welche die Hintergründe dieses historischen Tages zeigen.

„Der Aufstand in der DDR war ein wichtiges Ereignis in unserem Land. Damals wollte sich Freiheit ausbreiten und wurde mit Gewalt gebremst. Heute sind wir ein ganzes Stück weiter“, sagte Moormann. Mit der Ausstellung wolle die Stadt einen weiteren Beitrag zur politischen Bildung der Bürger leisten. „Wir wollen Menschen erreichen und sie dazu bringen, sich vor Augen zu führen, was dieser Tag bedeutet. Wenn man diese Berichte liest und die Bilder betrachtet, sieht man den Widerstand mit ganz anderen Augen“, erläuterte der Kaarster Bürgermeister.

Für Ansgar Heveling (MdB) ist die Schau Teil seiner täglichen Arbeit, denn als Mitglied des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien wirkte er bei der Erstellung des Ausstellungskonzepts mit.

Er freue sich, dass in seinem Wahlkreis die Stadt Kaarst die Möglichkeit nutzt und diese Ausstellung präsentiert. „Unser Bundespräsident Joachim Gauck fasste die Hintergründe des Aufstandes einfach zusammen, indem er sagte, es sei damals um nichts anderes als die Freiheit gegangen. Kaarst trägt ein Stück dazu bei, dass dieses wichtige Datum nicht vergessen wird“, so Heveling.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Lutz Lienenkämper vermittelte die Ausstellung nach Kaarst und unterstrich ebenfalls die Bedeutung des DDR-Volksaufstandes: „Ohne diesen Protest hätte es unsere Wiedervereinigung wohl nicht gegeben, denn der Freiheitsgedanke überdauerte die Zeit bis dahin.“

Auf 20 Plakaten werden aufbereitete Dokumente zu den Hintergründen der Revolte, dem Aufstand selbst, seiner Zerschlagung sowie die Reaktionen der westlichen Welt und der Folgen für das SED-Regime gezeigt.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses in der Galerie noch bis Mittwoch, 26. Juni, zu besichtigen.