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Ausstellung: Erinnerungen an Bauernfamilien

Ausstellung: Erinnerungen an Bauernfamilien

Eine Ausstellung zeigt das Landleben im 19. Jahrhundert.

Kaarst. Im Tuppenhof, dem Museum für Bäuerliche Geschichte und Kultur, gibt es ab Sonntag eine neue Ausstellung zu bewundern.

Unter dem Titel „Die Jungen und die Alten. Familien auf dem Land im Mit- und Gegeneinander“ lässt der Tuppenhof die Besucher in die Zeit des 18. und vor allem 19. Jahrhunderts eintauchen und beleuchtet besonders die Stellung der Jungen und Alten in der bäuerlichen Familie.

Im Ausstellungsraum des Tuppenhofs, der Scheune, sind verschiedene Stationen aufgebaut, die ausgehend von der Hochzeit eines Paares im Kreise seiner Großfamilie die weiteren Höhepunkte des Lebens wie Schwangerschaft und Geburt, die Schulzeit und die letzte Phase des Lebens beleuchten.

Teil jeder der Stationen sind stimmungsvolle großformatige Bilder, die allesamt in Büttgen, Vorst und Kaarst aufgenommen wurden. Peter Brinkmann vom Stadtarchiv in Kaarst hat sie für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Viele der Exponate stammen direkt vom Tuppenhof, wie zum Beispiel eine alte Schulbank. „Auf so einer haben wir sogar noch nach dem Krieg gesessen“, versichert Wolfgang Wietzker, zweiter Vorsitzender des Museumsfördervereins. Zu sehen ist auch ein ganzer Fuhrpark mit einem Holländer und verschiedenen Dreirädern. Das waren aber eher Spielzeuge gut situierter Stadtkinder.

„Kinder der Bauern haben größtenteils mit anderen Kindern draußen gespielt“, erklärt Britta Spies, Dozentin für Volkskunde und Europäische Ethnologie und Leiterin des Rheinischen Schützenmuseums in Neuss, die die Ausstellung konzipiert hat. Der größte Spaß für Bauernkinder sei es gewesen, in einen Ziehbockwagen, der in der Ausstellung zu sehen ist, Ziegen oder große Hunde einzuspannen und sich von ihnen durch die Gegend kutschieren zu lassen.

Die Ausstellung zeigt abseits von romantisierenden Vorstellungen vom Leben auf dem Lande, wie jeder in der Familie, also auch Kinder und Alte, ihren Teil zum Lebensunterhalt beitragen mussten.

Die Schau ist bis zum 12. August samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu besichtigen. Weitere Infos gibt es im Internet: www.tuppenhof.de