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Heiße Erfindung für eisiges Dach

Heiße Erfindung für eisiges Dach

Gleich fünf erste Plätze konnten die Schüler des Rhein-Kreises Neuss bei „Jugend forscht“ mitnehmen.

Rhein-Kreis Neuss. Marco Jäger und Tobias Kleinig sind wohl alles andere als Winterkinder. Die beiden Schüler des Dormagener Leibniz-Gymnasiums haben mit einer Erfindung Aufsehen erregt, die Eis und Schnee den Garaus machen soll: ein beheizbares Dach.

Dass sie mit ihrer Entwicklung den ersten Platz im Themenbereich Technik beim Regionalwettbewerb Niederrhein von „Jugend forscht“ belegen würden, hätten die 18-Jährigen nicht geglaubt. Zu der Erfindung inspiriert hatte sie ein eher trauriges Ereignis: „2006 ist in Bad Reichenhall das Dach einer Eissporthalle eingestürzt“, sagt Jäger. „So etwas wollten wir verhindern.“

Das System der Schüler soll Alarm schlagen, wenn die Schneelast auf Flachdächern zu groß wird. „Ab einer Temperatur von vier Grad und einem Druck von 400 Gramm pro 16 Quadratzentimetern reagieren Sensoren, und die Heizung wird eingeschaltet“, erklärt Jäger.

Innerhalb von 15 Minuten könne so ein Drittel des gesamten Schnees geschmolzen werden. „Der fließt dann später in getautem Zustand ab“, sagt Marco Jäger und fügt an: „Auch Flachdächer haben natürlich eine geringe Neigung.“

Auch weitere Schüler aus dem Rhein-Kreis Neuss sind beim 16. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ mit einem ersten Platz in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet worden. Gleich drei Sieger brachte das Gymnasium Marienberg aus Neuss hervor. In der Kategorie Chemie konnten Caroline Busch und Laura Gayk den ersten Platz für sich verbuchen.

Die 19-Jährigen hatten untersucht, wie stark Alkohol sich beim Kochen verflüchtigt. Ihr überraschendes Fazit spricht gegen die weit verbreitete Vermutung, dass Alkohol komplett verkoche: „Auch nach einer zweistündigen Wärmezufuhr ist noch eine gewisse Restmenge Alkohol nachweisbar.“

Katarina Lowinski und Lisa Tegeler (beide 16 Jahre) freuen sich über den ersten Platz im Bereich Physik. Die Marienberg-Schülerinnen untersuchten metallische Granulate auf ihre Leitfähigkeit. Sie bauten einen Kraftmesser mit überdurchschnittlich hoher Empfindlichkeit.

Als Einzelkämpferin hat sich Vivian Kohlhaas (Marienberg) den ersten Platz in Mathematik und Informatik gesichert. Ihr gelang es, Muster mathematisch zu berechnen, die auf einer mit Sand bestreuten schwingenden Platte entstehen.

In der Rubrik „Schüler experimentieren“ für die bis zu 14-Jährigen gewannen Lea Kortgödde, Theresa Meyer und Christina Langenfels vom Georg-Büchner-Gymnasium den ersten Platz. Unter dem Arbeitstitel „Kleingruppenhühner zurück in die Natur“ konfrontierten die Schüler Hühner aus Käfighaltung mit freilebenden Artgenossen.

Den drei Jungforscherinnen gelang es schließlich „Frau Einstein“ und „Lotte“, zwei Hühner aus der Massentierhaltung, zu resozialisieren. Die beiden Hennen konnten in der neuen Gruppe wieder arttypische Verhaltensweisen erlernen und sich in die Hackordnung der Freilandtiere einfügen.

Vom 11. bis zum 13. April stellen die Kandidaten ihre Projekte in Leverkusen erneut vor. Dann heißt es wieder „Jugend forscht“ allerdings eine Runde weiter — auf Landesebene.