Heimatfreund und Kunstwissenschaftler Max Tauch starb mit 79 Jahren

Heimatfreund und Kunstwissenschaftler Max Tauch starb mit 79 Jahren

Etliche Veröffentlichungen zeugen von seinem Wissen.

Neuss. Wenn es einen Menschen gibt, für den der Begriff „Heimatfreund“ erfunden worden ist, dann ist das Max Tauch. Als Direktor des Clemens-Sels-Museum von 1985 bis 1998 gehörte es sicherlich zu den Aufgaben des promovierten Kunstwissenschaftlers, sich den stadtgeschichtlichen Themen zu widmen. Aber zeit seines Lebens war das Interesse daran mehr als nur Bestandteil seines Berufs: Es war ihm eine Herzensangelegenheit, die er auch weiter pflegte, als er längst pensioniert war.

In wie vielen Führungen Max Tauch Alt- und Neu-Neussern eine profunde Sicht auf ihre Stadt vermittelt hat, vermag man nicht zu zählen. Nun ist Max Tauch gestorben. Ein großer Kenner der Stadtgeschichte, die er so lebendig wie lehrreich, so eloquent wie amüsant vermitteln konnte.

1935 in Opladen geboren, kam Max Tauch als Schüler des Konvikts an der Breite Straße 1946/47 nach Neuss. Sein Abitur machte er 1958 am Erzbischöflichen Abendgymnasium. Sechs Jahre zuvor hatte er als einer der ersten jungen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein Stipendium für einen Jahresaufenthalt in den USA erhalten. 1953 verbrachte in Amerika. Zurück in Neuss lernte er 1956 Helga Werres kennen, 1964 wurde geheiratet, 1970 wurde Sohn Wolfgang, 1973 Tochter Teresa geboren.

Da arbeitete der an der Uni Bonn promovierte Kunstwissenschaftler und Historiker noch am Kölnischen Stadtmuseum. 1974 zog es ihn auch beruflich nach Neuss: Er betreute die Ausstellung zur 500-Jahr-Feier der Burgundischen Belagerung, wurde ein Jahr später unter Irmgard Feldhaus stellvertretender Leiter des Clemens-Sels-Museums und übernahm nach Feldhaus’ Pensionierung die Direktion des Hauses. Ihm ist es vor allem zu verdanken, dass das Haus Rottels zum Zentrum der Stadtgeschichte wurde.

Etliche Veröffentlichungen zeugen von seinem großen Wissen. Die zahlreichen Ehrungen wie den Rheinland-Taler oder den Hermann-von-Hessen-Preis nahm er mit entwaffnendem Charme und auch Selbstironie an.

Doch bei allem Engagement für die Heimat Neuss — Max Tauch war immer ein Mensch, der über den Tellerrand hinausschaute. Sein großes Wissen, seine Neugier, sein Humor und seine Gabe, Mitmenschen mitzunehmen, machten ihn auch außerhalb der Stadt zu einem geachteten Mitstreiter.

Jahrelang gehörte er dem Deutschen Nationalkomitee des Internationalen Museumsrates an, war im Vorstand des Vereins für christliche Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen.

Mit Max Tauch ist ein passionierter Heimatfreund und ein guter Freund vieler Neusser gegangen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung