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Wiedereröffnung nach Umbau der Alten Feuerwache

Wiedereröffnung nach Umbau der Alten Feuerwache

380 000 Euro flossen in den Umbau der Alten Feuerwache. Am Montag wurde nach neun Monaten Wiedereröffnung gefeiert.

Grevenbroich. Um Liebe und Verletzlichkeit geht es, um Respekt und Vertrauen. Im Workshop „Rap 4 Respect“ in der Alten Feuerwache packen fünf Mädchen ihre Gefühle in eigene Songtexte.

Amin von der Jugendhilfe-Einrichtung „Rheinflanke“ leitet den Workshop zusammen mit seiner Kollegin Marlen Wöpe. Nicht nur bei nasskaltem Schmuddelwetter sind solche Angebote die bessere Alternative zur Straße, ist Amin überzeugt.

„Jugendliche haben viel Energie, die irgendwo hinfließen muss: am besten in kreative Sachen wie Gedichte und Songtexte.“ Der Clou: Ganz nebenbei verbessern die Teilnehmerinnen ihre Sprachkompetenz und steigern ihr Selbstwertgefühl.

Der Workshop ist nur eines von vielen Angeboten, die nach rund neunmonatigem Umbau in der Alten Feuerwache ein Zuhause gefunden haben. Die 380 000 Euro Umbaukosten wurden aus Mitteln des Konjunkturpakets II bezahlt.

Übrigens machte das Haus während der gesamten Umbauzeit nie komplett dicht, berichtet die Architektin Angelika Teske-Naumann. „Um den Betrieb nicht zu stören, haben wir viele Arbeiten nach Dienstschluss erledigt.“ Dennoch wurde gestern offiziell Wiedereröffnung gefeiert.

Beherbergte die Alte Feuerwache zuvor die Jugendkunstschule (JUKS), soll sie nun zum Kristallisationspunkt für ganz unterschiedliche Zweige der Jugendarbeit werden, hofft Jugenddezernent Michael Heesch. Der Bereich „Begegnung“, wo auch der Rap-Workshop stattfindet, ist einer von drei Aufgabenkreisen. Dafür wurden einige Wände der ehemaligen JUKS-Räume herausgerissen, sodass jetzt zwei große und ein kleiner Raum samt Teeküche zur Verfügung stehen.

Ein weiteres Kernstück des Hauses bilden die Räume für die mobile Jugendarbeit. Zwar ist Streetworker Frank Paffendorf bereits seit über drei Jahren mit Fahrrad und Kleinbus im ganzen Stadtgebiet unterwegs. „In dieser Zeit habe ich immer wieder gemerkt, dass mir und den Jugendlichen eine feste Anlaufstelle fehlte“, sagt er rückblickend. Die hat er nun bekommen. Die Anlaufstelle ist, ebenso wie die Räume für die Beratung zwischen Schule und Beruf, in den früheren Werkräumen der Jugendkunstschule eingerichtet. Ferner sind in der Feuerwache mehrere Beratungsstellen untergebracht, darunter der soziale Dienst des Jugendamtes, die Jugendgerichtshilfe und die Konfliktberatung für Schwangere „Donum vitae“. Demnächst bekommt das Feuerwachen-Team noch weitere Verstärkung: Im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets werden vier Sozialarbeiterinnen Angebote für Kinder aus sozial schwachen Familien erstellen.