Verdacht auf Missbrauch in Grevenbroich: Dreijähriger weiter in Lebensgefahr

Verdacht auf Missbrauch in Grevenbroich : Dreijähriger weiter in Lebensgefahr

Vater wird gefährliche Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

. Ärzte versuchen das Leben des drei Jahre alten Jungen aus Wevelinghoven zu retten. Der Zustand des Kindes sei nach wie vor kritisch, sagten Sprecher von Polizei und Staatsanwalt am Montag. Der Vater wurde in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird gefährliche Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

Der 47-Jährige hatte am Samstag einen Notruf abgesetzt, weil sein Sohn nicht ansprechbar war. Dies bestätigte sich vor Ort, der kleine Junge wurde unter Reanimationsmaßnahmen in ein Krankenhaus gebracht. Der Vater wurde festgenommen, mit dem Fall beschäftigt sich nun eine Mordkommission unter der Leitung der Düsseldorfer Polizei. Laut Ermittlern machte der Vater bisher widersprüchliche Angaben. Nach derzeitigen Erkenntnissen lebte er mit seinem Sohn alleine in einer Wevelinghovener Wohnung. Der Aufenthaltsort der Mutter ist noch unbekannt, sagte die Mönchengladbacher Oberstaatsanwältin Carola Guddat auf Anfrage. Details zum Fall werden zurzeit nicht genannt, das betrifft insbesondere die Verletzungen, die der Junge davongetragen hat.

Das Jugendamt der Stadt Grevenbroich habe zu der Familie des Dreijährigen lediglich in einem Amtshilfeverfahren im Jahr 2017 einen kurzen Kontakt gehabt: „Es gab aber keinen Verdachtsfall auf Kindeswohlgefährdung“, betont Stadtsprecher Stephan Renner auf Nachfrage. Über die weiteren Familienverhältnisse und die Frage, ob es auch Geschwisterkinder gebe, könne er „aus Datenschutzgründen“ keine Angaben machen. Laut Staatsanwaltschaft sind wohl mehrere Jugendämter beteiligt, das erschwere die Ermittlungsarbeit.

Nach wie vor beschäftigt sich eine Mordkommission mit dem Tod eines zwei Jahre alten Jungen, der sich Mitte April in Wevelinghoven ereignet hat. Die Mutter (27) sitzt in Haft, ihr wird vorgeworfen, ihren Sohn getötet zu haben. Auch zu diesem Fall gibt es derzeit keine Stellungnahme, die Ermittlungen laufen noch.

„Ich bin entsetzt und schockiert“, sagte Bürgermeister Klaus Krützen über den Fall in Wevelinghoven. „Ich finde keine Worte für solche Übergriffe an kleinen Kindern.“ Auch der Bürgerschützenverein mache sich Sorgen darüber, dass sich solche Dinge in der bislang eher ruhigen Gartenstadt ereignen, betonte Präsident Günter Piel. „Das macht uns schon großen Kummer.“ wilp/gt

(wilp/gt)
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