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Unwetter in Grevenbroich: Auto versinkt in Elsbachtunnel, Straßen gesperrt

Nach Unwetter in Grevenbroich : Auto versinkt im Elsbachtunnel

Der Starkregen von Freitagabend hat der Feuerwehr viel Arbeit beschert: Der Elsbachtunnel wurde überschwemmt, zahlreiche Keller – und die Station eines Altenheims. Manche Straßen bleiben noch bis diesen Montag gesperrt.

Nach den heftigen Regenfällen von Freitagabend laufen vielerorts im Stadtgebiet noch immer Aufräumarbeiten. Wie die Stadt am Samstag mitteilte, werden mehrere Straßen noch bis heute gesperrt bleiben. Betroffen sein sollen die Düsseldorfer Straße im Bereich der Bahnunterquerung kurz vor der Kreuzung mit der K 10, die K 22 zwischen Kreisverkehr und der Auffahrt auf die L 116 – und der Elsbachtunnel im Stadtzentrum.

Während des starken Regens war der Tunnel erneut vollgelaufen – wieder versank ein Auto in den Fluten. Die beiden Insassen konnten sich nach Angaben der Polizei rechtzeitig aus dem Wagen befreien – dann flutete das Wasser den Tunnel, das Auto trieb mit dem Heck nach oben in der Brühe. Die Polizei blockierte ab etwa 20.30 Uhr die Zufahrt; eine Stunde später sperrten Arbeiter der Gesellschaft für Wirtschaftsdienste die Unterführung. Immer wieder fahren sich bei heftigen Regenfällen Autos im überfluteten Tunnel fest. Über das Problem wurde in den vergangenen Jahren immer wieder diskutiert.

 Der Elsbachtunnel wurde am Freitagabend überflutet, ein Auto trieb im Wasser. Die Insassen retteten sich.
Der Elsbachtunnel wurde am Freitagabend überflutet, ein Auto trieb im Wasser. Die Insassen retteten sich. Foto: Staniek, Dieter

Den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr bescherte die Lage am Freitagabend jede Menge Arbeit. Für die Feuerwehr wurde Stadtalarm ausgelöst, die Kräfte besetzten alle Standorte. Bis Samstagmittag zählte die Wehr 20 Einsätze. Zahlreiche Straßen wurden überflutet: die Unterführung an der „Real“-Kreuzung bei Noithausen etwa, die vielen Grevenbroichern als „Todeskurve“ bekannt ist, der Gierather Weg in Orken, die Straße zwischen Laach und Gustorf oder die L142 bei Neukirchen.

Die Kräfte waren auch im Alloheim an der Mathias-Esser-Straße in Elsen Im Einsatz. Wie Feuerwehr-Sprecher Sebastian Draxl erklärte, lief Wasser in den Keller des Seniorenheims – auf eine Station mit bettlägerigen Patienten. Die Pfleger reagierten rasch, brachten die Menschen ins Erdgeschoss. Die Feuerwehr pumpte das Wasser ab.

Am Samstagmorgen wurde die Feuerwehr zu einem Supermarkt am Hammerwerk gerufen: Dort hatten sich etwa 40 Kubikmeter Wasser an einer Laderampe gestaut. Hauptamtliche Kräfte pumpten es ab, legten die Zufahrt trocken. Am Freitag und am Samstag setzten Feuerwehrleute viele Gullydeckel wieder ein, die die Wassermassen aus ihrer Verankerung gedrückt hatten.

Probleme gab es mit dem Notruf 112: Wie der Rhein-Kreis am Freitagabend informierte, war die Nummer wegen eines Blitzeinschlags in die Kreisleitstelle gestört. Nach 21 Uhr waren Bürger aufgerufen, den Notruf nur in lebensbedrohlichen Situationen oder bei einem Brand zu verständigen – oder in dringenden Fällen das nächstgelegene Feuerwehr-Gerätehaus aufzusuchen. Erst gegen 23 Uhr meldete der Kreis, dass die Systeme wieder stabil laufen.

Vor allem in der Südstadt und in Neurath liefen Keller voll. Gegen 18.30 Uhr sollen sich wahre Sturzbäche auf der Straße „Am Schimmelsbusch“ in Neurath ergossen haben. „Plötzlich kam eine braune Brühe von der Frimmersdorfer Höhe hinunter – so viel, dass man hätte darauf paddeln können“, sagt Anlieger Willibert Müller. In wenigen Minuten standen die Keller mehrerer Häuser unter Wasser – „knietief, mindestens acht Nachbarn sind betroffen“, so der UWG-Politiker. Ähnlich schilderten Anwohner die Situation in der Südstadt: Auch dort waren viele Keller betroffen – am Herkenbuscher Weg, an der Gustav-Lück-Straße oder am Maus­acker.