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Umdenken im Rathaus von Grevenbroich: Fünf Jugendparks in fünf Jahren.

Umdenken im Grevenbroicher Rathaus : Fünf dezentrale Jugendparks bis 2025

Die auf dem Aschenplatz im Bend geplante Anlage lässt sich nicht realisieren. Aus diesem Grund hat die Stadt einen Richtungswechsel eingeschlagen: Sie möchte innerhalb von fünf Jahren insgesamt fünf dezentrale Parks realisieren.

Die Pläne für einen Jugendpark auf dem ehemaligen Aschenplatz des TuS Grevenbroich sind fertig. Doch es gibt zwei Probleme. Das erste: Die Stadt steht unter Haushaltssicherung – und die 1,5 bis zwei Millionen Euro, die eine solche Anlage voraussichtlich kosten wird, kann sie sich zeitnah nicht leisten. Problem Nummer zwei: Anwohner des ehemaligen Trainingsplatzes verbinden mit dem Vorhaben eine Menge Krach, so dass der Jugendpark während seiner Öffnungszeiten unter pädagogische Leitung gestellt werden müsste – auch das kostet Geld.

Daher hat sich die Fachverwaltung zum Strategiewechsel entschlossen: Statt eines zentralen sollen zwischen 2021 und 2025 fünf dezentrale Jugendparks entstehen. „Diese Anlagen können mit nur einem Bruchteil der für den Jugendpark geplanten Kosten realisiert werden“, sagt Michael Heesch. Der Erste Beigeordnete schätzt die Gesamtsumme auf etwa eine halbe Million Euro, die auf fünf Haushaltsjahre aufgeteilt werden könnten.

Das Projekt „Fünf Parks in fünf Jahren“ wurde mit einer Modul-Expertengruppe entwickelt – ein Zusammenschluss von jungen Leuten im Alter von 15 bis 30 Jahren, die sich mit der künftigen Gestaltung des Aschenplatzes beschäftigt hatten. „Diese Gruppe bleibt auch bei einem Strategiewechsel mit an Bord“, so Heesch. „Sie könnte um junge Menschen und Vereine erweitert werden, die zur Gestaltung der Parks in ihrem Umfeld beitragen möchten.“

JHA-Vorsitzende Heike Troles: Dezentrale Lösung bevorzugt. Foto: Troles

Die Fachverwaltung hat elf Flächen ermittelt — vor allem Bolzplätze wie die am Jägerhof in Hülchrath, an der Bruchstraße in Neuenhausen, am Torfstecherweg in Gustorf, am Heyerweg in Wevelinghoven oder in der Laag in Frimmersdorf. Die Liste wird am kommenden Dienstag dem Jugendhilfeausschuss (JHA) vorgelegt – inklusive erster Logo-Entwürfen für die Parks.

Die dezentrale Variante könnte zeitnah umgesetzt werden

Heike Troles (CDU) befürwortet eine dezentrale Lösung. „Sie lässt sich kostengünstiger, schneller und unkomplizierter realisieren als ein zentraler Jugendpark“, sagt die JHA-Vorsitzende. Zudem könne damit ein Antrag ihrer Fraktion zeitnah umgesetzt werden. Die CDU hatte die Stadt aufgefordert, mehr Flächen für junge Leute bereit zu stellen. Für die Gestaltung der Parks gibt es bereits Überlegungen, so könnten etwa Schwerpunkte auf Calisthenics-, Basketball- und Volleyball-, Parkour- oder Skater-Anlagen gelegt werden. Auch Kletterwände, Graffiti-Mauern, Grillplätze und Sitzecken könnten auf den Plätzen entstehen, meint Troles.

Eine Verteilung der Anlagen auf das Stadtgebiet führe zu höherer Reichweite und Auslastung der Parks, meint Michael Heesch. Die Zahl der in unmittelbarer Nähe einer zentralen Anlage wohnenden Jugendlichen sei deutlich geringer. „Die dezentralen Angebote werden sicher auch zu größerer Identifikation mit dem jeweiligen Platz führen“, meint Troles. „Nach den bisherigen Erfahrungen wirkt sich das positiv auf den pfleglichen Umgang mit der entsprechenden Anlage aus.“

Die dezentrale Variante könnte zeitnah umgesetzt werden, mit jeweils einem neuen Park pro Jahr. „Schon 2021 könnte der erste eröffnet werden und stünde dann den jungen Menschen zur Verfügung“, sagt Heesch. Er will sich nun von der Politik den Auftrag für den Strategiewechsel erteilen lassen. Als nächste Schritte sollen mit Jugendlichen konkrete Konzepte entwickelt und die Kosten ermittelt werden.