Stadt Grevenbroich erneuert Gartenschau-Brücken

Stadt Grevenbroich investiert 360.000 Euro : Gartenschau-Brücken werden neugebaut

Drei Holzfachwerk-Konstruktionen, die vor 1995 errichtet wurden, sollen durch Neubauten ersetzt werden. Die Stadt folgt damit einem Experten-Gutachten – eine recht kostspielige, gleichzeitig aber notwendige Angelegenheit.

So schlimm, dass sie jeden Moment unter der Last von Spaziergängern einkrachen könnten, ist es noch nicht. Die Holzbrücken auf dem Gelände der ehemaligen Gartenschau können nach wie vor ohne Gefahr betreten werden, sagt Florian Herpel. „Niemand muss befürchten, dass eine Bohle unter ihm wegbricht“, meint der Planungs- und Baudezernent. Aber: Einige der Konstruktionen sind derart vom Zahn der Zeit angeknabbert worden, dass gehandelt werden muss. Und das hat sich die Stadt nun vorgenommen. Für das Haushaltsjahr 2019 wurden mehrere hunderttausend Euro eingeplant, die in den Neubau von drei Brücken investiert werden sollen.

Schon seit Jahren beklagen Bürger und Politiker den Zustand der vor 1995 errichteten Gartenschau-Brücken. Dass einige von ihnen in einem äußerst schlechten Zustand sind, hat die Stadt längst schriftlich vorliegen. Nach einem bereits im Frühjahr abgeschlossenen Gutachten des Unternehmens „Bockermann-Fritze Ingenieur Consult“ besteht an einigen Holzkonstruktionen dringender Handlungsbedarf. Die Experten aus Enger (Kreis Herford) hatten insgesamt 20 der rund 80 Brücken der Stadt untersucht.

Besonders schlecht schnitten wurden die beiden Holzbauwerke nahe der Feilenhauerstraße sowie ein weiteres im Bend ab. Sie wurden mit 3,4 (nicht ausreichend) bewertet, der zweitschlechtesten von insgesamt sechs Zustandsnoten. Etwas besser kam die Erft-Überführung zwischen der Stadtparkinsel und der Apfelwiese davon: Sie erhielt eine 2,8 – ausreichend.

„Wir haben nun die drei Brücken mit dem dringendsten Handlungsbedarf ins Auge gefasst und die dafür erforderlichen Mittel angemeldet“, sagt Florian Herpel. In allen drei Fällen soll es zu Neubauten kommen. Denn nach dem Gutachten gibt es vor allem Schäden an den tragenden Bauteilen, so dass eine Sanierung nach Experten-Meinung wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Die Gesamtkosten des Vorhabens werden mit rund 360.000 Euro beziffert – „eine beeindruckend hohe Summe“, wie Herpel meint.

Es ist vorgesehen, die Neubauten auf den vorhandenen Fundamenten zu errichten. Auf eine Holzfachwerk-Bauweise will die Stadt verzichten und stattdessen auf Stahl-/Holzkonstruktionen in Fertigbauweise zurückgreifen. Damit verbindet die Verwaltung auch einen deutlich niedrigeren Unterhaltungsaufwand als bisher. Einen Termin für den Brückenneubau gibt es noch nicht. „Zunächst muss der Haushaltsplan 2019 genehmigt werden“, sagt Florian Herpel. Läuft alles glatt, geht der Planungs- und Baudezernent davon aus, dass das Projekt recht zügig in Angriff genommen werden kann. Alleine schon aus Gründen der Verkehrssicherheit, die von der Stadt gewährleistet werden muss, soll das Vorhaben zeitnah ausgeschrieben werden, damit die Bauarbeiten zügig beginnen können.

Die Landesgartenschau-Brücke, die Stadtparkinsel und Apfelwiese miteinander verbindet, ist laut Verwaltung in einem Zustand, der noch Aufschub duldet. Das Bauwerk ist in den vergangenen Jahren mehrfach ausgebessert worden, so dass ein Neubau noch nicht unbedingt erforderlich ist, heißt es.  „Wegen des großen Investitionsvolumens“ für drei neue Brücken und „zur Schonung des Haushaltes“ soll auf eine vorzeitige Erneuerung verzichtet werden, heißt es.

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